CMOS-Produktion stockt durch Erdbeben Framos kümmert sich um Lieferkette für CMOS-Bildsensoren von Sony

Die Produktion im Sony Technology Center in Kumamoto wurde beim Erdbeben am 14. April erheblich beschädigt.
Die Produktion im Sony Technology Center in Kumamoto wurde beim Erdbeben am 14. April erheblich beschädigt.

Das Erdbeben in Japan hat eine wichtige Fabrik von Sony teilweise zerstört. In ihr fertigt Sony vor allem CMOS-Bildsensoren sowie Mikrodisplays für Digitalkameras. Sony hat nun bestätigt, dass die Produktion von Bildsensoren wieder angelaufen ist, aber mittelfristig Lieferengpässe zu erwarten sind.

Wie gehen Kunden mit der aktuellen Situation um, wie lassen sich Lieferengpässe überbrücken und wie können Distributoren dabei helfen? Axel Krepil, Head of Sensor Division beim Spezialdistributor Framos, nimmt Stellung.

Markt&Technik: Welche direkten Auswirkungen hat das Erdbeben in Japan für Sonys Sensorproduktion und für Ihre Kunden?
Axel Krepil: Die Fabrik in Kumamoto wurde erheblich beschädigt, und Zulieferbetriebe in der Region sind ebenfalls betroffen. Sony unternimmt erhebliche Anstrengungen, und so konnte die Produktion teilweise schon wieder aufgenommen werden. Dennoch werden die CMOS-Bildsensoren über die nächsten vier Monate sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen und dementsprechend nur in erheblich reduzierten Teilmengen der ursprünglichen Bestellmengen ausgeliefert werden.

Wie sind die ersten Tage nach dem Erdbeben aus Ihrer Sicht verlaufen?
Natürlich war der Informationsbedarf bei unseren bestehenden Kunden sehr hoch. Roadmaps und Entwicklungszyklen sind abhängig von fristgerechten Bauteillieferungen. Wir waren mit fast jedem Kunden in direktem Kontakt, gerade weil in den ersten 14 Tagen noch viel Unklarheit über das Ausmaß der Beschädigungen herrschte und auch Sony selbst nicht genau abschätzen konnte, wie und wann es weitergeht. Zudem bekamen wir massenhaft Anfragen von Resellern, Brokern, Sony-Direktkunden und großen Kameraherstellern aus der ganzen Welt, die alle auf der Suche nach verfügbaren Sensoren und Lagerware waren.

Wie hat Framos in dieser Situation reagiert?
Als Distributor mit eigener Lagerhaltung haben wir meist über eine halbe Million Sensoren sofort verfügbar – die überwiegende Anzahl für Sony. Damit konnten wir zunächst den Bedarf unserer wichtigsten Kunden für die nächsten Wochen abdecken. Durch unsere langjährige Partnerschaft mit Sony stehen wir außerdem in direkten Allokationsverhandlungen, um von den kommenden Produktionschargen einen höchstmöglichen Anteil für unsere Kunden zu sichern.

Hat diese außergewöhnliche Situation zu einem Umdenken bei Kunden geführt?
Das Bewusstsein, dass das weltweite Halbleitergeschäft mit Unterstützung durch Distributoren verlässlicher läuft, ist auf jeden Fall gestiegen. Viele Kunden schätzen gerade in Notsituationen wie dieser die Pufferwirkung von Distributoren. Sechs Wochen nach dem Beben sehen wir zudem eine deutlich höhere Bereitschaft zum Abschluss längerfristiger Lieferverträge mit Pufferlagerung. Außerdem werden verstärkt CMOS-Sensoren anderer Hersteller als Alternative ins Auge gefasst, um aktuelle Projekte in-time oder sogar frühzeitiger abzuschließen.