Maschinenbau und Robotik in Deutschland Engagiert im Kampf gegen Covid-19

Der Roboter James schaltet Bewohner von Seniorenheimen und ihre Angehörigen per Videokonferenz zusammen.
Der Roboter James schaltet Bewohner von Seniorenheimen und ihre Angehörigen per Videokonferenz zusammen.

Robotik-, Montage- und Fertigungs-Experten rüsten aktuell im Eilverfahren industrielle Produktionslinien um. Ziel ist, dabei zu helfen, die Corona-Pandemie erfolgreich zu bewältigen.

Neue Ideen kommen dabei in Rekordzeit zum Einsatz: So werden beispielsweise die Engpässe bei Atemschutzmasken in Eigenregie verringert, Testverfahren sicherer gemacht oder auf Robotergeschwindigkeit beschleunigt. Wo immer möglich, arbeiten die Robotik- und Automatisierungs-Spezialisten daran, die Menschen mit intelligenter Maschinen-Power zu unterstützen.

»Die Hilfsbereitschaft und Kreativität der Betriebe hat uns überwältigt«, sagt Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Robotik + Automation. »Von allen Seiten kommen Initiativen und neue Ideen, um Automatisierungstechnik für die Bewältigung der Corona-Krise einzusetzen. Dabei legen die Unternehmen eine atemberaubende Geschwindigkeit an den Tag: Es weht uns gerade eine kräftige Brise Gründerspirit um die Ohren.«

Hierzu zählt beispielsweise der Maschinenbauer PIA Automation aus Amberg bei Nürnberg. Das Unternehmen fertigt normalerweise vollautomatische Produktionsanlagen für den Automobilbau, zählt aber auch Medizintechnikunternehmen zu seinen Kunden. Innerhalb weniger Wochen nach Ausbruch der Krise nahm PIA zunächst am Standort in China zwei stillgelegte Produktionslinien wieder in Betrieb und rüstete auf die vollautomatische Fertigung von bis zu 150.000 Schutzmasken pro Tag um. Mit dem Know-how aus diesem Pilotprojekt arbeiten die Franken mittlerweile an zahlreichen Folgeaufträgen und stellen selbst neue Montagelinien in Deutschland für die Fertigung von Gesichtsmasken her. Für Anfang Mai steht die erste Auslieferung der Agenda. Damit lassen sich mehr als 1 Million Atemschutzmasken pro Tag herstellen.

Das Projekt ist kein Einzelfall: Der Maschinenbauer Ruhlamat aus Marksuhl in Thüringen hat ebenfalls Nägel mit Köpfen gemacht und mit hohem Tempo eine Produktionslinie für chirurgische Einwegmasken entwickelt. Das Filtermaterial für den Atemschutz lässt sich je nach den benötigten Sicherheits-Levels flexibel verarbeiten.

Die Maschinenbauer von Ruhlamat und PIA Automation nutzen so ihre langjährige Erfahrung aus der High-Speed-Montageautomatisierung, um die benötigte Produktion von Atemschutzmasken auf das benötigte Volumen hochzufahren.