OSWALD Elektromotoren Deutscher Umweltpreis für Effizienz-Revolution

Torquemotoren – eine revolutionäre Technik

Doch zurück zu den Torquemotoren (torque, engl.: Drehmoment), deren Einsatz Johannes Oswald, der das Familienunternehmen in vierter Generation leitet, seit 15 Jahren vorantreibt. Die Idee, sie als Hauptantriebe in der Direktantriebstechnik einzusetzen, revolutionierte den Elektromotorenbau, vor allem für Hauptantriebe. Gegenüber anderen mechanischen oder hydraulischen Antriebssystemen bieten solche Motoren deutliche Vorteile: vor allem aber kann der Energieverbrauch um bis zu 50 Prozent verringert werden, der Einsatz von Getriebeöl entfällt, die Maschinen werden leichter, benötigen weniger Platz, benötigen niedrigere Betriebskosten und sind leiser.

Damit verfügten sie über deutliche Vorteile gegenüber den am häufigsten in industriellen Anlagen eingesetzten Elektromotoren wie dem Asynchronmotor (ASM). Der gelte als Arbeitspferd der elektrischen Antriebstechnik, habe aber den Nachteil, dass er typischerweise ein Getriebe oder Riemen benötige, um die von Arbeitsmaschinen geforderten Drehmomente bereitzustellen. Wahmhoff: »Dadurch reduziert sich die Dynamik des Antriebs im Quadrat, und es steigen Betriebs- und Wartungskosten. Die ASM-Motoren haben geringe Leistungsdichten, und die Gesamtantriebe sind träge und wenig effektiv.«

Allerdings müssen Torqueantriebe auf die kundenspezifischen Anforderungen hin zugeschnitten werden: »Erst so wird ein optimiertes System Antrieb/Maschine möglich. Deshalb sind das technische Können und die unternehmerische Expertise des Antriebsherstellers von entscheidender Bedeutung.« Torquemotoren hätten an sich sehr gute Wirkungsgrade. Ihre unschlagbare Effizienz im Vergleich mit herkömmlichen Antriebssystemen könne aber erst bei einer optimierten Systemintegration erreicht werden.

Es kommt aber nicht nur darauf an, eine revolutionäre Technik zu entwickeln. UJm sie erfolgreich zu machen müssen die potenziellen anwender von ihren vorteilen überzeugt werden. Auch darauf ging Wamhoff in seiner Laudtion ein: Vorbildlich hätten die beiden Geschäftsführer das eigene Unternehmen mit ihrem Team in der eindeutigen Fokussierung auf die Komponente Direktantrieb weiterentwickelt und ihre Kunden zu einem Paradigmenwechsel, weg von den traditionellen Antrieben hin zu innovativen umweltfreundlichen Direktantrieben. »Dieser Prozess war und ist für ein Unternehmen dieser Größe mit erheblichen Risiken verbunden.« Beide Gesellschafter betonten, dass die Entwicklung stets eine Teamleistung gewesen sei. So habe etwa der Maschinenbauingenieur Michael Walter in diesem Prozess herausragende Qualitäten bewiesen. Inzwischen unterstützt er die Geschäftsleitung als Prokurist.

 

Johannes (r.) und Bernhard Oswald werfen einen Blick in einen modernen Torquemotor kurz vor Fertigstellung in der Montage. Zu sehen sind Statorwicklung, Rotor und Lagerung.

Jens Kortus Fotografie Miltenberg

Die Machbarkeit und Perspektiven neuer Technologien erkennen und die Produkte erfolgreich im Markt platzieren, das sind die Stärken von Bernhard (l.) und Johannes Oswald.

Jens Kortus Fotografie Miltenberg