Anbindung von Greifern an Roboter Der Greifer muss sitzen

Mit dem Großhubgreifer „Co-act EGL-C“ von Schunk lassen sich dank integrierter Intelligenz in kollaborativen Anwendungen erstmals Greifkräfte bis 450 N realisieren.

Digital I/O, IO-Link oder Industrial Ethernet: Zur Anbindung von Greifern an Industrieroboter eignen sich verschiedene Daten- und Signalübertragungs-Schnittstellen. Aber auch die Spannungsversorgung und die mechanische Verbindung sind individuell abzustimmen.

Um die Integration der Greifer in Robotersysteme zu vereinfachen, haben die Greiferhersteller daher spezielle Lösungen entwickelt.

Hersteller von Greifern für Industrieroboter bemühen sich natürlich bei jedem ihrer Produkte, die Integration in Robotersysteme so einfach wie möglich zu machen – aber an gewissen Aspekten ist einfach nicht vorbeizukommen: »Bei der Integration eines Greifers müssen sowohl die mechanischen als auch die pneumatischen und elektrischen Schnittstellen zur Spannungsversorgung, Ansteuerung und sensorischen Anbindung sowie der reibungslose Signalaustausch berücksichtigt werden«, erläutert Prof. Dr. Markus Glück, Geschäftsführer Forschung & Entwicklung beim Spann- und Greiftechnik-Hersteller Schunk in Lauffen/Neckar. »Zudem gilt es, Roboterzubehörkomponenten, wie Drehdurchführungen, Kollisionsschutzsysteme oder Schnellwechselsysteme, die zwischen Greifer und Roboterflansch installiert werden, in die Planung einzubeziehen.« Dies gelte gleichermaßen für kollaborative und nichtkollaborative Anwendungen. »Adapterplatten von Schunk sorgen in diesem Kontext für ein passgenaues Zusammenspiel von Roboterzubehörmodulen und ISO-Flansch-Schnittstellen. Mit großer Mittenbohrung, integrierter Mediendurchführung oder individuellen Anschraubbildern geben sie Roboterapplikationen eine große Bewegungsfreiheit.«

Bei der Ansteuerung empfiehlt es sich laut Markus Glück, maßgeblich die Anforderungen der Anwendung zu betrachten: »Wer lediglich ein Werkstück greifen will und keine weiteren Anforderungen an den Greifprozess stellt, kann pneumatisch angesteuerte oder elektrisch angesteuerte Greifer mit digitalem I/O nutzen«, führt er aus. »Damit reduzieren sich der Inbetriebnahmeaufwand, die Komplexität der Ansteuerung und nicht zuletzt auch das Investitionsvolumen.« Andere Applikationen erfordern ihm zufolge andere Schnittstellen: »Für Anwendungen, bei denen beispielsweise Zwischenpositionen erforderlich sind, kommen Greifer mit IO-Link infrage. Alternativ lassen sich aber auch extern geführte Greifer sowie pneumatische Greifer mit mechanischen Begrenzungen oder Federn einsetzen. Greifer mit Industrial-Ethernet-Schnittstellen wiederum haben vor allem dann ihre Berechtigung, wenn eine Echtzeitregelung realisiert werden soll, eine spezielle Referenzierung erforderlich ist oder Prozessdaten erfasst werden.«

Mit 2550 Greifern biete Schunk das weltweit breiteste Standard-Greifsystemkomponenten-Programm am Markt. Hinzu komme ein umfassendes Portfolio von Roboterzubehör und Adapterplatten, das eine schnelle und einfache Installation ermögliche. »Greifer für kollaborative Anwendungen, wie den ‚Co-act EGP-C‘, liefert Schunk auf Wunsch als komplett vormontierte Einheit mit jeweils passender und mehrfach unter Realbedingungen der automatisierten Produktion erprobter Schnittstelle für die Roboter von Universal Robots, sowie den ‚LBR iiwa‘ von Kuka und den CR von Fanuc«, betont Markus Glück.