Smart-Meter-Gateway-Rollout startet Das Zentrum der Gebäudeautomatisierung

SMGW wird zur Keimzelle von Smart Home und Smart Building

Zudem hat sich unser Sicherheitsbewusstsein über die lange Wegstrecke deutlich geschärft. Wir haben beispielsweise gelernt, dass der Mensch ein wesentlicher Faktor in der Betrachtung ist und nicht zuletzt ein zu berücksichtigendes Sicherheitsrisiko darstellt. All dieses Wissen können wir nun auf Projekte in der Industrie übertragen, wo unser Schwerpunkt liegt. Über dieses Wissen verfügen nur wenige weitere Firmen. Wir können die Kunden auf dem Weg zu integrierten Sicherheitskonzepten von der Produktion bis zum Einsatz mitnehmen. Diese Systemsicht ist für unsere Kunden und uns ein wesentlicher Nutzen.

Nun können wir das Thema nun auch in anderen Bereichen bekannt machen und andere Produkte auf einem hohen Sicherheits-Level fertigen. Es muss ja nicht immer auf der höchsten Stufe der zertifizierten SMGWs sein.

Wolfgang Esch: Und über OMS Mode 7 ist die gesicherte Kommunikation möglich, das ist nicht nur für Deutschland, sondern weltweit interessant. Das wissen wir, weil uns die entsprechenden Nachfragen erreichen. Inzwischen bildet sich eine „Task Force Sensorik“ innerhalb der OMS, um weitere Sensoren über das SMGW mit einzubinden, beispielsweise Rauchmelder.

Der anvisierte Markt geht also bereits über das reine Metering hinaus?

Esch: Es entwickeln sich neue Einsatzfälle. Das SMGW lässt sich etwa mit der Heizung kombinieren, das Gebäude wird dann intelligent, und zwar auf sicherer Basis.

Schönberg: Es zeigt sich eben, dass das SMGW eine sichere Drehscheibe für Datenströme ist, ein Sicherheitsanker für Anwendungen im Gebäude. Das gilt nicht nur für das Energiemanagement, sondern für die Automatisierung und Digitalisierung insgesamt. Etwa für Ambient Assisted Living, das es älteren Menschen ermöglicht, länger als bisher in ihren vier Wänden wohnen zu können. Da darf der Datenaustauch und die Überwachung nicht irgendwo im Internet stattfinden. Ein sicherer und zertifizierter Datenhub und der „Bundesadler als eine Art Qualitätssiegel“ ist für die Wohnungswirtschaft ein gutes Argument.

Esch: Das BSI hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich die SMGW-Technik als Ausgangspunkt für Smart Building und Smart Home eignet. Die erste Hochzeit zwischen den SMGWs und der Automatisierung findet im Submetering statt. Von hier aus können die Vernetzungen im Smart Building, im Smart Home und vor allem im Bereich Elektromobilität vorangetrieben werden.

Außerdem will die Bundesregierung demnächst in der Roadmap neue Ideen vorstellen, die zeigen, was sich vom SMGW ausgehend alles digitalisieren lässt.

Im Grunde eine alte Idee: Das SMGW wird zur Keimzelle von Smart Home und Smart Building, das wurde schon einmal auf einem Smart-Meter- und Smart-Home-Summit von SmarterWorld als Szenario beschrieben – im Jahr 2012. Sind wir wieder dort angelangt?

Maurer: Wir haben zusammen mit PPC den Beweis erbracht, dass wir zertifizierte SMGWs entwickeln und fertigen können. Jetzt müssen wir auf dieser Grundlage konkret diskutieren, was sich darauf noch alles aufbauen lässt.

Schönberg: Das wird sicherlich auch eines der beherrschenden Themen auf der E-world in Essen werden: Wie die Wohnungswirtschaft branchenübergreifende Geschäftsmodelle entwickeln wird, in deren Zentrum die SMGWs stehen. Die Wohnungswirtschaft kann sicherlich viele Dienste anbieten und die Digitalisierung zum Nutzen ihrer Kunden deutlich ausbauen.

Esch: Und genau das Sicherheitskonzept, an dem über so viele Jahre entwickelt wurde, wird jetzt die verschiedenen Branchen zusammenführen.