GE Intelligent Platforms will mit mittelständischem Antlitz verstärkt deutsche Mittelständler ansprechen COM-Express-Module als Steuerungsbasis

Ein »Core-i7«-Prozessor von Intel bildet das Herz des COM-Express-CPU-Moduls bCOM6-L1400 von GE Intelligent Platforms.
Ein »Core-i7«-Prozessor von Intel bildet das Herz des COM-Express-CPU-Moduls bCOM6-L1400 von GE Intelligent Platforms.

Die deutsche General Electric (GE) Intelligent Platforms GmbH & Co. KG gibt sich ein mittelständisches Gepräge: Das Unternehmen hat vor kurzem eine komplett in Deutschland entwickelte und gefertigte Serie von CPU-Modulen vorgestellt, die auf COM Express und Profinet beruhen und als Basis neuer Box-IPCs und Panel-IPCs dienen.

»Wir versuchen, GE Intelligent Platforms hier in Deutschland quasi als mittelständisches Unternehmen zu führen«, erläutert Marcel Van Helten, Geschäftsführer der GE Intelligent Platforms GmbH & Co. KG. »Unser Auftreten im deutschen Markt war bisher zu amerikanisch. Weil Deutschland mittelständisch geprägt ist, müssen wir dort agieren wie ein Mittelständler.«

Van Heltens Aussagen sind nicht nur dem Marketing geschuldet, sondern haben durchaus Substanz: Immerhin hat das Unternehmen seine jetzt präsentierten neuen CPU-Module sowie die damit bestückten Box-IPCs der Serie »PACSystems RXi« und Panel-IPCs der Baureihe »Wolverine III« in Deutschland entwickelt und fertigt sie auch dort. Gedacht ist die neue Produktlinie vor allem für den deutschsprachigen, aber auch für den US-amerikanischen Markt. Als Basis für die CPU-Module dient der ursprünglich von Kontron stammende Computer-on-Module-Standard COM Express: »Er gestattet es, ein komplettes Computersystem auf einem Modul unterzubringen, und eignet sich sehr gut für die industrielle Automatisierung«, führt Van Helten aus. »Unsere COM-Express-CPU-Module entsprechen dem Standard zu 100 Prozent.«

Ungewöhnlich für ein Unternehmen mit US-amerikanischen Wurzeln ist, dass die gesamte Produktlinie auf Profinet mit Ring-Redundanz beruht: »Wir sind, glaube ich, das erste US-Unternehmen, das komplett auf einen deutschen Industrial-Ethernet-Standard umgestiegen ist«, betont Van Helten. »Profinet ist sowohl in der Prozessautomatisierung als auch im Maschinenbau weit verbreitet. Nicht von ungefähr haben wir sogar einen eigenen Profinet-Master gebaut.« Interessenten, die ein anderes Industrial-Ethernet-System bevorzugen, bleiben aber nicht im Regen stehen: »Wir favorisieren Profinet, sind aber nicht völlig fixiert darauf«, stellt Van Helten klar. Wer EtherNet/IP, EtherCAT oder Powerlink wolle, bekomme diesen Wunsch kundenspezifisch erfüllt.

Als Alleinstellungsmerkmale der COM-Express-CPU-Module nennt Van Helten deren Robustheit: »Wir könnten auch preisgünstigere Module zukaufen, etwa aus Taiwan, aber die wären dann in puncto Qualitätsniveau und Temperaturbereich den unsrigen nicht ebenbürtig«, gibt er zu bedenken. »Ein Qualitätsmerkmal unserer Module ist, dass alle verwendeten Bauelemente mit den Boards verlötet sind, was eine hohe Stoß- und Vibrationsfestigkeit garantiert.« Erhältlich sind die Module mit einem Standard-Betriebstemperaturbereich von 0 bis +60/+65 °C oder mit einem Extended-Betriebstemperaturbereich von -40 bis +85 °C, sofern der verwendete Prozessor den Extended-Bereich voll unterstützt.