Neue Initiative für die Feldebene Branchengrößen stehen hinter OPC UA mit TSN

Sie unterstützen OPC UA mit TSN als Kommunikationstechnik für das IIoT (v.l.n.r.): Takayuki Tsuzuki, General Manager FA Systems Division bei Mitsubishi Electric; Rainer Brehm, Vice President of Automation Products and Systems bei Siemens; Paul Brooks, Business Development Manager IoT bei Rockwell Automation; und Stefan Hoppe, President & Executive Director der OPC Foundation.
Sie unterstützen OPC UA mit TSN als Kommunikationstechnik für das IIoT (v.l.n.r.): Takayuki Tsuzuki, General Manager FA Systems Division bei Mitsubishi Electric; Rainer Brehm, Vice President of Automation Products and Systems bei Siemens; Paul Brooks, Business Development Manager IoT bei Rockwell Automation; und Stefan Hoppe, President & Executive Director der OPC Foundation.

Seinen Durchbruch als industrielle Kommunikationstechnik vom Sensor bis zur Cloud erlebte OPC UA mit TSN auf der Messe SPS IPC Drives: Eine neue Initiative für die Verbreitung von OPC UA mit TSN bis hinunter zur Feldebene kann auf die Unterstützung der Größten in der Branche zählen.

Die erst am 5. November ins Leben gerufene Initiative „OPC UA including TSN down to field level“ unter dem Dach der OPC Foundation vereint schon jetzt einen Unterstützerkreis, der sich wie das Who-is-Who der Branchengrößen liest und auch die Unternehmen umfasst, die sich bei Industrie-Bussystemen teils schon seit Jahrzehnten als Kontrahenten gegenüberstehen: ABB, Beckhoff Automation, Bosch Rexroth, B&R, Cisco, Hilscher, Hirschmann, Huawei, Intel, Kalycito, Kuka, Mitsubishi Electric, Molex, Omron, Phoenix Contact, Pilz, Rockwell Automation, Schneider Electric, Siemens, TTTech, Wago und Yokogawa gehören dazu.

Die Initiative will die OPC-UA-Technik bis auf die Feldgeräte-Ebene vorantreiben. Hierfür hat sie ein Steering Committee gegründet, das die entstehenden technischen Arbeitsgruppen koordinieren soll. In den Arbeitsgruppen soll es zunächst um die Kommunikationsfähigkeiten der Feldgeräte gehen; hierfür sollen eine neue Architektur und ein generelles Modell entwickelt und spezifiziert werden, die dann von Sonder-Arbeitsgruppen um geräteartenspezifische Funktionen ergänzt werden sollen. Hohe Priorität für die Spezifizierung soll auch die Kommunikation zwischen Steuerungen verschiedener Hersteller und die Kommunikation zwischen der Feldgeräte- und höheren Ebenen bekommen. Anwendungsprofile für I/O, Motion Control, Safety und Systemredundanz sollen ebenfalls harmonisiert und standardisiert werden. Um in heterogenen Automatisierungs-Netzwerken, in denen auch andere Industrial-Ethernet-Systeme im Einsatz sind, eine durchgängige Kommunikationsstruktur zu ermöglichen, wird das „TSN Profile for Industrial Automation“ (TSN-IA) übernommen, das vom IEC/IEEE 60802 Committee standardisiert wird.

Der Zug in Richtung OPC UA mit TSN ist also definitiv auf der Schiene, worauf die Beteiligung von Branchen-Schwergewichten wie Siemens, Rockwell Automation und Mitsubishi Electric klar hindeutet. »OPC UA mit TSN, genauer gesagt: OPC UA PubSub mit TSN, ist die Zukunft«, betonte Wolfgang Leindecker, Vice President Sales & Marketing Industrial bei TTTech, anlässlich des Automation 4.0 Summit der WEKA Fachmedien. »Denn deutlich mehr als 50 Prozent des Weltmarkts sagen: Das ist die Zukunft.« Kein Wunder, dass die Nutzerorganisationen der etablierten Feldbussysteme auf die Herausforderung reagieren: Die CC-Link Partner Association (CLPA) hat die Fertigstellung der Spezifikation für „CC-Link IE TSN“ bekannt gegeben, wobei es sich laut CLPA um ein Netzwerk handelt, das auf der aktuellen CC-Link-IE-Technik aufbaut und um die TSN-Technik erweitert wird. Und Profibus & Profinet International (PI) arbeitet an einer offenen Lösung für die Integration von TSN in Profinet. Eine Live-Demo mit Lösungen dreier Hersteller zeigte auf der Messe, wie sich TSN in Profinet mit Blick auf unterschiedliche Techniken integrieren lässt.