Bilanz der SPS IPC Drives 2017 Automatisierung und IT verschmelzen

Der Eingang Ost des Messezentrums Nürnberg während der SPS IPC Drives 2017
Der Eingang Ost des Messezentrums Nürnberg während der SPS IPC Drives 2017

Die SPS IPC Drives 2017 war die bisher größte und erzielte Rekorde bei allen wichtigen Kenndaten: 70.264 Besucher und 1675 Aussteller auf 130.000 qm Brutto-Ausstellungsfläche in 16 Hallen. Hauptthema der Messe war die Verschmelzung von IT und OT zum IIoT.

Mit ihrer Bilanz übertraf die diesjährige Ausgabe der Automatisierungsmesse die bisherige Rekordhalterin SPS IPC Drives 2015, die 64.386 Besucher, 1668 Aussteller und 122.800 qm Brutto-Ausstellungsfläche verzeichnet hatte. Die SPS IPC Drives 2016 war mit 63.291 Besuchern, 1605 Ausstellern und 122.200 qm Brutto-Ausstellungsfläche knapp dahinter gelandet.

Als Hauptthema der diesjährigen SPS IPC Drives kristallisierte sich Industrie 4.0 oder, anders gesagt, die Verschmelzung von IT und OT zum IIoT heraus. Die Veranstaltergesellschaft Mesago Messe Frankfurt hatte die Halle 6 eigens dem Thema „Software & IT in der Fertigung“ gewidmet und dadurch dem Trend bewusst Raum gegeben. Auch deshalb präsentierten mehr Unternehmen denn je auf der Messe entsprechende Produkte, Systeme und Dienstleistungen, sodass das Spektrum von Lösungen für alle Stufen vom Sensor in der Maschine bis hin zur Unternehmens- oder Public Cloud immer größer wird.

Siemens beispielsweise stellte die Version 3.0 seines offenen, Cloud-basierten IoT-Betriebssystems „Mind­Sphere“ vor, die eine leistungsfähigere Entwicklungsumgebung mit offenem API sowie zusätzliche Analysefunktionen und eine erweiterte Connectivity bietet. Auf Basis einer Technologie-Partnerschaft mit Siemens stellt die Software AG jetzt skalierbare Komponenten ihrer Digital Business Platform auf Mind­Sphere bereit. Sie ermöglichen Mind­Sphere-Anwendern die flexible Verwaltung von Netzwerken mit Millionen von Endgeräten. Beckhoff Automation hat die Bildverarbeitung – wichtig für Predictive Maintenance in der Industrieproduktion 4.0 – direkt in seine Steuerung integriert: Mit „TwinCAT Vision“ stehen umfangreiche Bildverarbeitungs-Funktionen als SPS-Funktionsbausteine auf einer einheitlichen und durchgängigen Plattform bereit. Hierzu hat das Unternehmen eine Bildverarbeitungs-Bibliothek entwickelt, deren Funktionsbausteine und Funktionen direkt aus der TwinCAT-SPS heraus aufrufbar sind. Die Funktionen laufen dann echtzeitfähig in der TwinCAT-Runtime.

Phoenix Contact zeigte die erste Industriesteuerung auf Basis seiner „PLCnext Technology“ – sie heißt „PLCnext Control“ und setzt auf einer Embedded-Linux-Architektur auf. Ihr zum Patent angemeldeter Taskhandling Execution Synchronisation Manager (ESM) ermöglicht, dass Programme aus verschiedenen Entwicklungsumgebungen – sei es IEC 61131, C/C++ oder Matlab/Simulink – beliebig miteinander und innerhalb von Tasks kombinierbar sind, sich jedoch wie ein homogener IEC-61131-Code verhalten. Von Fortschritten berichteten die Organisationen und Unternehmen, die eine Kombination des M2M-Kommunikationsprotokolls und Datenmodells OPC UA mit Industrial Ethernet TSN vorantreiben: Die Publish-Subscribe-Erweiterung (Pub/Sub) für OPC UA ist jetzt als Release-Candidate verfügbar und ermöglicht den Austausch von OPC-UA-Daten über UDP. OPC UA Pub/Sub ist die Voraussetzung für den Einsatz von OPC UA TSN.