Erstmals mit Siemens als Aussteller Automatica im Zeichen von MRK und Service-Robotik

Der Cobot »Single-arm YuMi« von ABB als Ergänzung zum zweiarmigen YuMi
Der Cobot »Single-arm YuMi« von ABB als Ergänzung zum zweiarmigen YuMi

Kollaborative Leichtbau-Industrieroboter (Cobots), Service-Roboter sowie die Digitalisierung der Produktion - das waren die bestimmenden Themen der Messe Automatica, die vom 19. bis 22. Juni auf dem Münchner Messegelände stattfand.

Bei den meisten der auf den Messeständen gezeigten Anwendungen mit Cobots stand allerdings nicht die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) im Vordergrund, sondern die flexible und kostengünstige Automatisierung ohne direkte Zusammenarbeit von Mensch und Roboter. Tatsächlich sind nach Ansicht vieler Experten unter den derzeit installierten Cobot-Anwendungen diejenigen mit echter MRK deutlich in der Minderheit. Viel häufiger als um MRK geht es derzeit noch um die Automatisierung von Prozessen, die bis dato nicht automatisiert werden konnten, weil dies wirtschaftlich unrentabel gewesen wäre.

Der Markt für Cobots startet momentan so richtig durch – und die Automatica war der Spiegel davon: 890 Aussteller und mehr als 46.000 Besucher kamen, jeweils 7 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Zahlreiche Startups waren mit Robotern, Greifern, Software und anderen Produkten für die kollaborative Industrierobotik vertreten; MRK-Pioniere wie Universal Robots, Kuka und ABB stellten ihre zweite Cobot-Generation oder Erweiterungen ihres Cobot-Angebots vor; und ein immer breiteres Spektrum von Produkten und Dienstleistungen rund um die MRK wetteiferte um die Gunst der Messebesucher.

So präsentierte Universal Robots die „E-Serie“ als überarbeitete und weiterentwickelte zweite Generation seiner UR-Leichtbauroboter, Kuka den „LBR iisy“ als kleineren Bruder des „LBR iiwa“ und ABB den „Single-arm YuMi“ als Ergänzung zum zweiarmigen YuMi. Der Automatisierer Pilz bietet jetzt ein komplettes Portfolio für die Automatisierung per Leichtbauroboter an: vom Roboterarm (entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Spann- und Greiftechnik-Hersteller Schunk) über Steuerungsmodule, Sensorik und Bedienmodule (mit Hardware vom Automatisierer Keba und Bedien-Software von Pilz) bis hin zu Dienstleistungen wie etwa Zertifizierung. Siemens‘ Produktprogramm umfasst immer mehr Lösungen für die direkte Integration von Robotern in die Maschinenautomatisierung, unter anderem die Software-Bibliothek „Sinumerik Run MyRobot“ zur Anbindung von Robotern an Werkzeugmaschinen – konsequenterweise stellte das Unternehmen heuer erstmals auf der Automatica aus. Und Bosch Rexroth hat die Familie seiner Automatischen Produktionsassistenten (APAS) um das Mitglied „APAS assistant“ ergänzt, einen kollaborativen Roboter auf Basis von Kuka-Technik.