Erstmals mit Siemens als Aussteller Automatica im Zeichen von MRK und Service-Robotik

Schon auf der Automatica 2016 war die Service-Robotik eines der Top-Themen.

Kollaborative Leichtbauroboter für die flexible und kostengünstige Automatisierung, Service-Roboter sowie die Digitalisierung der Produktion - das sind die bestimmenden Themen der Messe Automatica, die noch bis zum Freitag auf dem Münchner Messegelände stattfindet.

Die Automatica ist in diesem Jahr so groß wie noch nie: Wie 2016 umfasst die zweijährliche Messe zwar sechs Hallen zu je 11.000 qm (A4 bis A6 und B4 bis B6), aber die sechste Halle ist jetzt komplett belegt und die Ausstellerzahl ist von 833 auf knapp 900 gewachsen. Zu den Erstausstellern der in diesem Jahr erstmals als »The Leading Exhibition für Smart Automation and Robotics« bezeichneten Messe gehören Dürr Systems, Rollon, Siasun Robot, Siemens, Sumitomo, TÜV Süd, Volkswagen und Wago Kontakttechnik. »Die Teilnahme von Siemens, einem der führenden Industrie-4.0-Lösungsanbieter, ist ein Meilenstein in der inhaltlichen Weiterentwicklung der Automatica«, hieß es dazu bei der Messe München GmbH als Veranstaltergesellschaft. Warum Siemens erstmals auf der Automatica ausstellt, erläuterte Ralf-Michael Franke, CEO der Business-Unit Factory Automation: »Wir wollen dort vor allem aufzeigen, wie Industriebetriebe jeder Größe vom digitalen Wandel profitieren können – entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von Produktdesign und Produktionsplanung über den Engineering-Prozess bis hin zu neuen Services. Außerdem werden wir anhand konkreter Lösungsangebote die Integration der Robotik im Maschinenbau präsentieren.«

Den Trend, dass Automatisierung und IT zusammenwachsen, spiegelte schon die Automatica 2016 mit der damals neuen Zusatzmesse „IT2Industry“ wider. Für die Automatica 2018 wurde „IT2Industry“ im Marketing von einer eigenständigen Messe zum Themenbereich der Automatica herabgestuft, belegt jetzt aber gemeinsam mit dem Themenbereich „Professionelle Servicerobotik“ eine komplette Halle, nämlich die Halle B4. „IT2Industry“ soll Unternehmen Orientierungshilfe bei aktuellen Digitalisierungstrends in der Industrie, erfolgversprechenden Strategien und wichtigen IoT-Techniken liefern. Zu den Ausstellern gehören sowohl klassische IT-Anbieter wie Trend Micro Deutschland oder proALPHA Business Consulting als auch Unternehmen, die praktische Industrie-4.0-/IoT-Anwendungen oder IoT-Plattformen anbieten wie Essert, WidasConcepts, fabrikado oder SW Schwäbische Werkzeugmaschinen. Mit von der Partie ist das „IT2Industry Forum“, auf dem Themen von IoT über Safety und Security bis hin zu künstlicher Intelligenz und Predictive Maintenance zur Sprache kommen. Begleitend findet der „OPC Day Europe 2018“ wieder im Rahmen der Automatica statt.

Im Mittelpunkt der Automatica 2018 stehen kollaborative Roboter für die Industrie und professionelle Serviceroboter für Kundeninformation, Medizin, Transport und Logistik sowie Inspektion und Wartung. Hybride Roboter, Cobots, Doppelarmroboter sowie neue Vier- und Sechsachs-Kinematiken machen den Weg frei für neuartige Produktionskonzepte. Die Robotik-Konferenz „International Symposium on Robotics 2018“ (ISR) findet von 20. bis 21. Juni im Rahmen der Automatica statt. Über 150 Vorträge geben Einblicke in den aktuellen technischen Stand der Robotik. Die „European Robotics Challenge“ (EuRoC) präsentiert sich als europäisches Projekt. Zudem bieten der Makeathon und die Ausstellungsfläche für Startups einen zentralen Treffpunkt für die Nachwuchsförderung sowie für Jungunternehmer aus Robotik und Automatisierung.

Im „Servicerobotik Demopark“ präsentiert ein gutes Dutzend Aussteller stündlich seine Service-Roboter für Transport, intelligente Manipulation und den öffentlichen Bereich. Hierzu gehören das elektronische Exoskelett von RB3D für den Straßenbau zum Überziehen und Ausprobieren sowie der Kinova-Roboterarm Jaco, den Besucher selbst teachen können. Weitere Highlights sind der Kuka-Leichtbauroboter für die Reha-Anwendung von BEC oder der „Care-O-bot 4“ von Mojin Robotics, der Interessenten per Sprachinteraktion zum gewünschten Produkt begleitet. Der mobile Manipulator „TIAGo“ von PAL Robotics hilft ebenfalls bei Produktsuche und Warenübergabe, während der intelligente Kommissionier-Roboter „Magazino“ für stückgenaues Handling in der Intralogistik sorgt. Der Leichtbauroboter von F&P dagegen dient mit seiner mobilen Plattform beispielsweise zum Transport von Medizinproben. Hier lassen sich Sprachsteuerung, Sensorhaut und Internet-Funktionen ausprobieren. Und zum Schluss verabschiedet der humanoide Roboter EGO von qbrobotics die Besucher per Handschlag.

Der Ausstellungsbereich „Industrielle Bildverarbeitung“ der Automatica 2018 erstreckt sich anteilig auf die Hallen A4 und B5. Wichtige Branchenanbieter sowie der Machine-Vision-Pavilion (Gemeinschaftsstand Halle B5) präsentieren sich dort. Zu sehen sind unter anderem Bildverarbeitungs-Systeme für Qualitätssicherung, automatisierte Teilezuführung und Robot-Vision.

Wie 2016 findet die Automatica auch in diesem Jahr gemeinsam mit der Solartechnik-Messe Intersolar Europe und der Messe ees Europe (Electrical Energy Storage) statt. Hinzu kommen diesmal die beiden Messen „EM-Power“ (Fachmesse für intelligente Energienutzung in Industrie und Gebäuden) und „Power2Drive Europe“ (Fachmesse für Ladeinfrastruktur und Elektromobilität). Sie alle bilden jetzt das Messequartett „The smarter E“, das insgesamt acht Hallen belegt, nämlich A1 bis A3, B1 bis B3 sowie C1 und C2. Während die Automatica vom 19. bis 22. Juni stattfindet, beschränkt sich „The smarter E“ auf die drei Tage vom 20. bis 22. Juni. Die Eintrittskarte zur Automatica gilt auch für „The smarter E“ und umgekehrt.