ERP-Software in Zukunft noch wichtiger Alte Zöpfe abschneiden

Business Intelligence Tools, ERP und eine gesunde Flexibilität sind in den kommenden Jahren wichtiger denn je – vor allem für fertigende Unternehmen der Automobil-Zulieferindustrie.

Es vergeht zuzeit kaum eine Woche ohne Gewinnwarnungen, Ankündigungen von Sparprogrammen und Jobabbau in der deutschen Zuliefererindustrie. E-Mobility, der Diesel-Skandal und das schwächelnde China-Geschäft haben drastische Auswirkungen auf die gesamte Branche rund ums Auto. »In den kommenden Jahren werden nur noch Unternehmen langfristig überleben, die sich organisatorisch und prozesstechnisch schlank und effizient aufstellen«, sagt Christian Biebl, Geschäftsführer des mittelständischen Softwareunternehmens Planat. Mit Sitz bei Stuttgart ist der ERP-Spezialist bei zahlreichen fertigenden Betrieben mit seiner ERP/PPS-Lösung Fepa im Einsatz. In vielen Unternehmen herrsche noch immer eine Prozesskette, die von alter Software, Excel-Zwischenlösungen und anderen fehleranfälligen Medienbrüchen dominiert werde.

ERP bringt Ordnung
in Prozesse

Vor allem in der produzierenden Industrie sind die Prozesse zwischen Einkauf, Verkauf, Produktionsvorbereitung und Logistik längst etabliert und nicht immer effizient. Bei der Einführung einer ERP/PPS-Lösung, die einen ausgeprägten Branchenfokus haben sollte, werden Bestandsprozesse analysiert und anhand der ERP-Best-Practice angepasst. Das Ergebnis ist ein Schritt in die Digitalisierung und hin zu einer höheren Wertschöpfung. »Die Qualität von Digitalisierungsprojekten steht und fällt mit der Akzeptanz bei den Nutzern, und damit auch mit der Usability. Viele Standard-Softwareprodukte sind nicht nah genug an den tatsächlichen Anwendungsszenarien«, sagt Biebl.

Digitalisierung und Geschäftsmodelle
im Wandel

Längst ist aber nicht mehr nur Industrie 4.0 oder die Digitalisierung ein Thema; in der Zukunft wird es eher um das blanke Überleben gehen: »Die Automobilindustrie steht vor dem größten Wandel ihrer Geschichte«, meint dazu Stefan Wolf, Chef des Zulieferers ElringKlinger und zugleich auch des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall. Das schwäbische Unternehmen bietet neben Lösungen für Verbrennungsmotoren auch Brennstoffzellen- und Batterietechnik für die Elektromobilität an. Hinzu kommen gewaltige Investitionen: Mit mindestens 200 Milliarden Euro rechnen die Branchenexperten von AlixPartners. Diese Summe wird in den kommenden fünf Jahren für den Technologiewandel zum Elektroantrieb anfallen – vom Hersteller über die Zulieferer bis zu den Kleinbetrieben in Lohnfertigung. Insgesamt rechnet die Studie „Global Automotive Outlook 2019“ mit Investitionen in Höhe von 245 Milliarden Euro von 2019 bis 2023. »Wer hier noch gewinnen will, muss sparen. Die Personalschraube kann nicht die Lösung sein, wohl aber die Prozessschraube«, so Biebl.

Business Intelligence
gibt Einblick

Für viele Unternehmen ist ein Einblick in die Key Performance Indicators – die aktuellen Leistungsdaten – bereits ein wichtiges Merkmal. Moderne ERP-Systeme wie Fepa von Planat bieten einen Echtzeit-Einblick in die Daten aus den unterschiedlichen Abteilungen: Einkauf, Verkauf, Produktion. Mit speziellen Cockpits ist jederzeit Transparenz gegeben. Im Unternehmen sind flexible Strukturen, die sich auf die Gegebenheiten einstellen, wichtiger als je zuvor. ERP und Prozesse müssen dabei Hand in Hand gehen – entscheidend sind dabei die Branchennähe des ERP-Herstellers und die Prozesskenntnisse, die während der Implementierung einfließen. Ein Partner auf Augenhöhe hilft dabei, Desaster wie den ERP-Wechsel bei beispielsweise Liqui Moly zu vermeiden. »Solche Beispiele, die durch die Presse gehen, bringen leider auch zielgerichtet und branchenintern arbeitenden Anbietern Misstrauen im Markt ein. Der Erfolg eines ERP-Projektes zeigt sich am Ende, der Grundstein ist aber die Auswahl des Anbieters“, so Biebl.

Bottleneck Breitband

Dabei können Unternehmen viel von einer ERP-Lösung lernen – sofern sie auf die speziellen Erfordernisse einer Branche zugeschnitten ist. Eine intelligente Anpassung an die Prozesse eines branchenbezogenen ERP-Systems bietet immer Potenzial für Effizienzsteigerungen, die dem gesamten Unternehmen und der Wettbewerbsfähigkeit zugute kommen. Mit FEPA bietet Planat ein System, das auf die Bedürfnisse produzierender Unternehmen ausgerichtet ist. Die Infrastruktur ist allerdings auch wichtig – sowohl für Dateneinspeisung aus der Ferne als auch für Datenübertragung zwischen Niederlassungen. Und hier gibt es Probleme: 16 Prozent der 110 zur Digitalisierung Befragten (siehe Kasten) haben häufig bei der Nutzung von Anwendungen über das Internet Probleme mit zu geringer Bandbreite, 57 Prozent gelegentlich. 24 Prozent haben nur selten Probleme, ergab eine Studie von Planat.