Magnetband: Auferstehung einer vergessenen Technologie

Forscher von IBM in Rüschlikon (bei Zürich) und von FujiFilm in Japan haben klassische Magnetbänder weiterentwickelt und dabei die Speicherdichte auf das 44-fache heutiger Magnetbänder gebracht.

Konkret: Es wurde eine Speicherdichte von fast 30 Gigabit pro Quadratzoll (das sind fast 4,6 Gbit/cm²) erreicht. Damit lässt sich die Speicherkapazität einer LTO-Kassette für industrielle Anwendungen mit einem doppelseitigen 1/2-Zoll-Magnetband auf schier unglaubliche 35 Terabyte bringen. Diese Datenmenge, auf Bücher umgerechnet, entspricht einem Buchregal von etwa 400 km Länge.

Da Magnetbänder für Datenarchive und Backups weiterhin benötigt werden, könnte damit der Fortbestand der Technik auf Jahrzehnte hinaus gesichert sein. Die hohe Speicherkapazität kam auch dadurch zustande, dass das neue Band etwas dünner ist als die alten Bänder, was mehr Band pro Kassette und damit mehr Speicherkapazität brachte.

Um die demonstrierte Rekord-Speicherdichte zu erzielen, entwickelten die IBM-Forscher mehrere neue Datenaufzeichnungstechnologien. Darüber hinaus arbeiteten sie drei Jahre intensiv mit FujiFilm an der Optimierung der nächsten Generation dieses zweifach beschichteten, auf Barium-Ferrit-Partikeln basierenden Magnetbands. Ziel: Entwicklung von Bandspeichern mit einer Schreibdichte von 100 Gigabit pro Quadratzoll. Warum man die klassische Bandtechnologie weiter entwickelt? Die Speicherkosten für die Langzeitspeicherung von Daten auf Bandsystemen betragen (abhängig von ihrer Größe) nur 1/5 bis 1/10 heutiger Festplattenspeichersysteme. Und Bandkassetten haben keinen Stromverbrauch, solange nicht auf sie zugegriffen wird, im Gegensatz zu den kontinuierlich rotierenden Festplatten.