LEDs lassen Laternen leuchten

Im stark expandierenden neuen Markt für Beleuchtung mit Leuchtdioden (LED) haben Distributoren exzellente Möglichkeiten, sich mit einem Komplettangebot, inklusive Entwicklungsunterstützung und Zubehör, nicht nur vom reinen LED-Hersteller, sondern auch von direkten Mitbewerbern zu differenzieren.

Im stark expandierenden neuen Markt für Beleuchtung mit Leuchtdioden (LED) haben Distributoren exzellente Möglichkeiten, sich mit einem Komplettangebot, inklusive Entwicklungsunterstützung und Zubehör, nicht nur vom reinen LED-Hersteller, sondern auch von direkten Mitbewerbern zu differenzieren.

LEDs leuchten mittlerweile so hell, dass ihr umfassender Einzug in die allgemeine Beleuchtungstechnik nicht mehr zu bremsen scheint. Einige bedeutende Hersteller stellen bereits High-Brightness-LEDs her, die mehr als 100 lm an Weißlicht emittieren. Die Umstellung ist aber nicht einfach eine Substitution nach dem Motto: »Birne raus, LED rein«. Die Komplexität der Technik und die Unerfahrenheit der Anwender, unter anderen mit den relevanten Teilgebieten der Elektronik, führen bei der Umsetzung sogar leicht zu ungeahnten, aber folgenschweren Fehlern. Dieses Marktsegment scheint deshalb gerade dafür prädestiniert, von Elektronik-Distributoren mit langjähriger Erfahrung und breitem Know-how bedient zu werden.

»Aus Erfahrung wissen wir, dass es neben der intensiven Betrachtung des eigentlichen Leuchtmittels an sich auch die elektrische Ansteuerung, thermische Berechnungen und eventuell notwendige Sekundäroptiken im Auge zu behalten gilt. Wer hier seine Hausaufgaben vernachlässigt, lässt die Effizienz der LED leiden. Das unnötig schlechte Resultat könnte manchen Anwender zu falschen Schlüssen verleiten und letztlich eine Entscheidung gegen den Einsatz von LEDs herbeiführen. Dann verpasst nicht nur der säumige Distributor ein Geschäft, sondern der Kunde womöglich auch den Anschluss an eine Zukunftstechnik«, so Alexander Müller, Business Development Manager beim Lumileds-Distributor Future Electronics.

Damit genau das von ihm geschilderte Szenario möglichst nicht Wirklichkeit wird, haben alle führenden Distributoren von HB-LEDs sich inzwischen einiges einfallen lassen. Am längsten hat Future Electronics hier einschlägige Erfahrung, war es doch Lumileds, der 1999 mit der Luxeon I als erster eine weiß leuchtende LED mit ausreichend optischer Leistung auf den Markt brachte und mit diesem Durchbruch einige Standards setzte.

Future und später auch die rasch nachrückenden Konkurrenten mussten vor allem die Erfahrung machen, dass ihre Zielkunden, die herkömmlichen Leuchtenhersteller, nur selten genügend Know-how in Sachen Elektronik hatten und deshalb Hilfe brauchten. Um diese Zielgruppe entsprechend zu unterstützen, hat Future Electronics bereits vor einigen Jahren die Unternehmensabteilung »Future Lighting Solutions« gegründet. In allen Niederlassungen betreut der Distributor entsprechende Kundenapplikationen als Gesamtlösung. Um diese Unterstützung rund um die LED so umfassend wie möglich anzubieten, hat das Unternehmen inzwischen ein Netz aus 50 zertifizierten Partnern aufgebaut, die Produkte und Lösungen zu allen denkbaren Anforderungen bereithalten. Zu diesen Partnern gehören neben den Produktzulieferern aus den Bereichen Optik, Wärmemanagement und elektronische Ansteuerung auch Dienstleister, die langjährige Erfahrungen im LED-Bereich mitbringen.

Future Lighting Solutions (FLS) geht noch einen Schritt weiter und bietet seinen Kunden eine Serie von aufeinander abgestimmten Produkten, die das Unternehmen als Plug&Play-fähig bezeichnet. Ein Beispiel ist das »Light Engine Program« (LEP), das einzelne LED-Module je nach Anforderung mit den benötigten Stromquellen, Optiken und Anschlusskabeln bereithält. Der Anwender kann die jeweiligen Komponenten ohne Vorkenntnisse selektieren und montieren. Sind weitergehende Lösungen gefragt, entwickeln die Mitarbeiter von FLS entsprechende Applikationen mit dem Kunden gemeinsam bis hin zu eigenen RGB-Lösungen und Farbpunktbestimmungen.

Aber nicht nur die paneuropäisch oder global agierenden Distributoren sind in der Lage, ihren Kunden Applikations- oder Entwurfsunterstützung für HB-LEDs zu bieten. So liegt der Hauptfokus des Spezialisten First Components in der Kundenunterstützung im Bereich Licht- und Beleuchtungstechnik mit Power-LEDs.

Hanno Reimann, der bei First für das LED-Geschäft verantwortlich zeichnet: »Mit dem Kunden wird ein neues Projekt von Beginn an auf technischer und wirtschaftlicher Ebene diskutiert, erfahrene Entwicklungsingenieure von First sind bei neuen Projekten von Anfang an dabei. Das frühe Stadium der technischen Unterstützung noch vor dem Projektstart verhindert unnötige Vortests und vermeidet fehlerhafte Lösungsansätze.«

Eine Reihe von Simulationswerkzeugen ermöglicht es den Ingenieuren von First, seinen Kunden sehr frühzeitig Zwischenergebnisse zu präsentieren. Die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden ermöglicht einen raschen Wissenstransfer, die Entwicklungszeiten verkürzen sich, die Produktqualität erreicht eine höhere Stufe. Eine gute Verbindung zu den Entwicklungsingenieuren und Applikationsabteilungen ihrer Hersteller sichert den Ingenieuren von First Produktkenntnisse auf neuestem Stand.
First vertreibt die LEDs von Edison-Opto. Mit der erst kürzlich vorgestellten Baureihe »EDILINE« steht eine hoch effiziente und neuartige Konfiguration zur Verfügung: Die EDILINE-LEDs werden mit einem Betriebsstrom von nur 100 mA betrieben. In diesem Bereich ist die Lichtausbeute (allerdings bei einem reduzierten Lichtfluss) noch verhältnismäßig hoch. Damit es bei diesem Strom trotzdem genug Licht gibt, schaltet Edison fünf Zweige zu je drei in Reihe geschalteten LEDs parallel und packt sie in einen Baustein, der eine Gesamtlänge von 40 mm bei einer Breite von 4 mm aufweist. Die 15 LEDs verbrauchen gemeinsam eine Leistung von 5 W und emittieren je nach Wellenlänge 70 bis 220 lm. Und als würde das noch nicht reichen: »Es lassen sich acht solche Bausteine parallel schalten; möglich macht das die sehr geringe Exemplarstreuung der Flussspannung und die Herstellungsstrategie von Edison«, weiß Reimann, »alle Dice werden vom Hersteller ausgemessen bei Edison angeliefert, die Auswahl über die nötige Konfiguration der endgültigen LED übernimmt der Computer; der Rest läuft vollautomatisch ab.«

Natürlich lassen die LEDs sich auch in Reihe schalten, allerdings muss dann eine recht hohe Gleichspannung zur Versorgung bereit stehen. Die EDILINE-LEDs gibt es als weiße Strahler und Warmweiß, aber auch als monochrome Emitter in den Farben Rot (625 nm), Grün (525 nm), Blau (465 nm) und Königsblau (450 nm).