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Wearables

Überwachung vitaler Daten für Diagnose und Selbstoptimierung

02. September 2014, 13:20 Uhr   |  Jens Würtenberg

Überwachung vitaler Daten für Diagnose und Selbstoptimierung
© Jawbone

Wearables übernehmen die Weiterleitung von Vitaldaten per Funk.

Eine von den Marktforschern von IHS vorgeschlagene Definition von „Wearables“ lautet, dass diese Produkte eine längere Zeit auf dem Körper des Nutzers getragen werden können und Vitaldaten bzw. biometrische Funktionen

per Funk zur weiteren Analyse an ein Smartphone oder ein anderes Portabelgerät übermitteln.

Um ein Gerät zu den Wearables zu rechnen, muss es tragbar sein, und zwar über einen längeren Zeitraum und dabei dem Nutzer ermöglichen, seinen Erfahrungshorizont spürbar zu erweitern. Und ein Wearable sollte „smart“ sein, also: fortschrittliche Schaltungstechnik nutzen, per Funk kommunizieren und mit einem Prozessor ausgestattet sein.

Die Marktforscher von IHS haben fünf Anwendungsfelder ermittelt, in denen Wearables heute genutzt werden: Fitness and Wellness, Gesundheitswesen, industrielle und militärische Anwendungen sowie Infotainment. Nach der oben angeführten Definition gehört der iPod Classic von Apple nicht zu den Wearables; ihm fehlt mindestens die Funkschnittstelle. Die üblichen Abschätzungen des Marktpotenzials, die zu Beginn eines jeden Hype in die Waagschale geworfen werden, liegen für das Jahr 2019 in der Größenordnung von 10 Mrd. Dollar; hier sind Smart Watches, Smart Glasses sowie Gesundheits- und Fitness-Armbänder mit eingeschlossen (Bild 1).

Bei den klassischen „Wearables“ handelt es sich um Sensor-Armbänder
© Jawbone

Bild 1. Bei den klassischen „Wearables“ handelt es sich um Sensor-Armbänder, die Vitaldaten wie Puls und Blutdruck über eine Bluetooth-Funkschnittstelle zum nächsten Smartphone übertragen.

Ein Gebiet von besonderem Interesse sind Wearables, mit denen biometrische Funktionen wie Puls und Blutdruck fortlaufend bestimmt und auch übertragen werden können. Dieses „Body Monitoring“ beruht auf dem Zusammenwirken der Disziplinen Medizin, Sensortechnik und Kommunikation. Die Grundidee ist eine fortlaufende Überwachung wesentlicher Körperfunktionen, etwa um die Indikatoren für einen Herzinfarkt zu erkennen. Schließlich kann das Konzept um eine aktive Komponente erweitert werden, die etwa darin besteht, über implantierte Aktoren eine abgestimmte Medikation zu ermöglichen. Big Data wiederum, also die Erfassung und Analyse der Echtzeit-Daten von Hunderttausenden von Teilnehmern, könnte dazu dienen, Muster zu erkennen und die Bandbreite der „normalen Funktion“ zu bestimmen. Allerdings erfordern diese avancierten Methoden einen unmittelbaren Zugang zum Blutkreislauf; eine andere Möglichkeit ist die periodische Blutentnahme mit einer Extraktionsnadel durch die Haut. Die Implantation eines Sensors in den Kreislauf scheitert letztlich an den Abstoßungsreaktionen des Immunsystems.

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1. Überwachung vitaler Daten für Diagnose und Selbstoptimierung
2. Wie wirkt ein Medikament?

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