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Funktechnik für IoT-Anwendungen

Microchip unterstützt IP500

Helmut Adamski, CEO und Vorstand der IP500 Alliance mit Logo
Helmut Adamski, CEO und Vorstand der IP500 Alliance: »Unser Ziel ist es, Eigentümern und Nutzern von gewerblichen und industriellen Gebäuden das robusteste und sicherste IoT Wireless Eco System zur Verfügung zu stellen.«
© IP500 Alliance

Mit Microchip hat die IP500 Alliance einen bedeutenden Halbleiterhersteller als Mitglied gewonnen. Helmut Adamski, CEO und Vorsitzender der IP500 Alliance, spricht im Interview über die jüngsten Erfolge und die weiteren Ziele.

?   Wie haben Sie es geschafft Microchip vom IP500-Standard und der Mitgliedschaft in der IP500 Alliance zu überzeugen?

!   Helmut Adamski: Die IP500 Alliance hat für die Entwicklung des IP500-Standards strategische Partner mit den am besten geeigneten Techniken und Fähigkeiten ausgewählt. Etwa im Jahr 2014 brachte Atmel einen der fortschrittlichsten Funkchips auf den Markt, mit spezifischen Merkmalen und Funktionen, der am besten zur IP500-Anforderungsspezifikation passte. Daher haben wir unsere IP500-Technikpartner gebeten, den RF215-Funkchip von Atmel in das gesamte IP500-Wirtschaftsökosystem zu integrieren.

Das IP500-HF-Modul wurde dann in zwei Generationen auf den Markt gebracht, zuerst mit einem Single-Band- und dann mit dem Dual-Band-Transceiver, das dann von den Behörden für Sicherheitsanwendungen zertifiziert wurde.

Nach der Fusion von Atmel mit Microchip hat Microchip das Potenzial unseres bahnbrechenden IP500-Wirtschaftsökosystems erkannt, das in der gesamten IoT-Landschaft herausragend ist. Microchip erkannte auch unseren Fokus auf Sicherheitsanwendungen in Geschäftsgebäuden.

Schließlich stimmte Microchip Anfang dieses Jahres zu, der IP500 Alliance beizutreten.

?   Welche Bedeutung hat die Mitgliedschaft von Microchip für die IP500 Alliance und ihre zukünftige Entwicklung?

!   Adamski: Die Auswirkungen sind eine große Chance für die IP500 Alliance und ihre Mitglieder und Partner, da Microchip weltweit auf dem Markt präsent ist. Es hilft unseren IP500-Mitgliedern, Funk-IoT-Systeme viel schneller auf den Markt zu bringen, ohne das Risiko von Sicherheits-, Robustheits- oder Leistungsproblemen einzugehen.

Die Partnerschaft ist auch für Microchip von Vorteil, da das IP500-Netzwerk/-Modul den Markt für Sicherheitsanwendungen für gewerbliche Gebäude mit höchsten Regulierungsanforderungen öffnet.

?   Wie hat sich der IP500-Standard und die IP500 Alliance im letzten Jahr entwickelt?

!   Adamski: Von Anfang an lag der Schwerpunkt der IP500 Alliance auf der Bereitstellung einer robusten und sicheren IoT-Funkplattform für alle Anwendungen, einschließlich Sicherheit und Schutz. Wir haben auch beschlossen, die Anforderungen von größeren Objekten und schwierigsten Umgebungen, wie Geschäftsgebäuden oder Industrieanlagen, zu erfüllen.

Um diese Kunden- und Branchenerwartungen zu erfüllen, haben wir die Systemebene eines typischen IoT-Netzwerks für groß angelegte Anwendungen in Gewerbegebäuden betrachtet und außerdem die wichtigsten Anforderungen der Sicherheitsvorschriften, z.B. für die Einbruch- und Branderkennung in Gewerbegebäuden, ermittelt.

Das Ergebnis war die IP500-Anforderungsspezifikation, die alle Merkmale, Funktionen und Techniken der IP500-Infrastruktur, die Architektur des Funknetzwerks und sogar die Modulation der Funkfrequenz definiert.

Dieser Top-Down-Ansatz bildete die Grundlage, um die am besten geeigneten Anbieter von IoT-Funktechniken und -Komponenten einzuladen. So haben wir uns für den Funkchip (RF215) und den Mikrocontroller von Microchip entschieden, weil sie unsere Anforderungen auf Chipebene am besten erfüllen. Wir luden auch andere Anbieter von IoT-Techniken ein, um ein vollständiges und klassenbestes IoT-Netzwerk samt IoT-Infrastruktur zu entwickeln.

?   Welche nächsten Schritte plant die IP500 Alliance? Wie sieht Ihre aktuelle Roadmap aus und was sind die Ziele?

!   Adamski: Ziel ist es, Eigentümern und Nutzern von gewerblichen und industriellen Gebäuden das robusteste und sicherste IoT Wireless Eco System zur Verfügung zu stellen, das alle IoT-Geräte unter einer IP500-Wireless-IoT-Infrastruktur ansprechen kann.

Dies ermöglicht Planern, Systemintegratoren und Endanwendern die Installation einer IoT-Infrastruktur in bestehenden gewerblichen Gebäuden oder Neubauten mit unbegrenzter Skalierbarkeit in Bezug auf Anwendungen oder Größe.

Daher ist die IP500 Alliance jetzt dabei, die IP500-Infrastruktur in Pilotprojekten einzuführen. Wir haben begonnen, mit der Bauindustrie zusammenzuarbeiten, um zu zeigen, wie mit einem IP500-Netzwerk in bestehenden Geschäftsgebäuden die Sicherheit erhöht und der Energiebedarf gesenkt werden kann. Dies werden wir auf der BIM World Munich am 23. und 24. November in München in der Podiumsdiskussion vorstellen und auf dem IP500-Stand zeigen.

Wir erweitern unser IP500-Wirtschaftsökosystem Schritt für Schritt und laden daher OEMs aus dem Bereich der Gebäudeautomatisierung ein, Teil des IP500-Wirtschaftsökosystems zu werden, das ihnen und den Endnutzern neue Anwendungen und Geschäftsmöglichkeiten eröffnet.

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Helmut Adamski, CEO und Vorstand der IP500 Alliance
Helmut Adamski, leitet als CEO und Vorsitzender die IP500 Alliance e.V.
© IP500 Alliance

Ing. Helmut Adamski

ist ein IoT-Pionier und führt derzeit als CEO und Vorsitzender die IP500 Alliance e.V. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der High-Tech-Industrie, mit Schwerpunkt auf IoT- und IT-Netzwerkanwendungen, Funk-ICs sowie Sicherheitsanwendungen für Gebäude und Betriebsstätten.

Helmut Adamski hat einen Ingenieurabschluss in Elektronik und besuchte Executive-/MBA- Programme am Institute of Excellence, San Diego, und der Stanford University, Kalifornien, USA.

helmut.adamski@ip500alliance.org


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