Vodafone liebäugelt mit WiMAX

Der früher der traditionellen UMTS-Mobilfunktechnologie (und seiner Entwicklung von 3G hin zu 4G) verpflichtete Mobilfunkkonzern Vodafone ist dem WiMAX-Forum beigetreten. Was bedeutet dies?

Für einen traditionellen Service Provider wie Vodafone schien eigentlich der UMTS-Weg hin zur 4. Generation Mobilfunk aus den eigenen GSM-GPRS-UMTS-Netzen heraus über die LTE-Technologieschiene (Long Term Evolution) vorgegeben. WiMAX als Alternativtechnologie hierzu schien den klassischen Providern eher eine Außenseiterrolle zu spielen. Doch diese Entwicklung könnte nun eine bis vor kurzem nicht denkbare Wende hin zum "eher ungeliebten WiMAX" nach dem Standard "802.16e" nehmen.

Die Gründe sind höchstwahrscheinlich und hauptsächlich im "Time to market" zu suchen, das derzeit mit WiMAX etwas günstiger aussieht: Im Gegensatz zu LTE-Chips gibt es bereits WiMAX-Bausteine auf dem Markt, sie sind zwar noch nicht zertifiziert, aber diese Hürde lässt sich leichter nehmen. Außerdem kann man mit der nächsten Generation der 2,5-GHz-WiMAX-Lizenzen in den CEPT-konformen Ländern viel schneller zu einem funktionierenden Betrieb kommen als auf der LTE-Schiene.

WiMAX könnte also eine bislang nicht erwartete "Schwungmasse" durch diese Entwicklungen bekommen. Und das nicht nur durch solche Anbieter wie Vodafone, die bereits einen UMTS-Netzbetrieb haben, sondern vor allem durch solche Provider, die keine eigene Netzstruktur besitzen: sie könnten gleich und viel leichter auf den 2,5-GHz-WiMAX-Zug aufspringen und die UMTS-LTE-Entwicklung beiseite lassen.

Wie dem auch sei: die LTE-Entwicklung wird durch WiMAX sicher nicht gestoppt - aber es ist zu erwarten, dass beide Technologien nebeneinander existieren werden.

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