STMicroelectronics und NXP gründen Wireless-Joint-Venture

Die beiden Halbleiterhersteller NXP und STMicroelectronics arbeiten in Kernbereichen ihrer Wireless-Aktivitäten zusammen und bilden ein gemeinsames Tochterunternehmen mit rund 9000 Mitarbeitern.

Der Tochterkonzern wird in den Niederlanden eingetragen sein und sein Hauptquartier in der Schweiz haben. Haupt-Arbeitsgebiete werden Halbleitertechnologien im gesamten Mobilfunk- und Drahtlos-Multimedia-Sektor sein, und zwar von der Forschung und Entwicklung bis hin zur Fertigung und dem Marketing. Eine der wesentlichen Arbeitsgebiete soll die Halbleiter-Roadmap in Richtung der 4. Mobilfunkgeneration sein. Zu diesem Zweck soll das Joint-Venture-Unternehmen die bislang bestehenden Beziehungen zu den Endgeräte-Herstellern weltweit nutzen und weiter ausbauen.

Auf die Frage, was die beiden Chiphersteller NXP und ST dazu bewegt, ein Joint Venture im Wireless-Sektor einzugehen, nannte Frans van Houten, CEO von NXP nur zwei Schlagwörter: Forschung und Entwicklung. »Um auf dem Wireless-Markt erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen großflächig in die Entwicklung neuer innovativer Produkte investieren. Für uns liegt der Schlüssel zum Erfolg deshalb in Forschung und Entwicklung. NXP und ST für sich geben jährlich je 400 Mio. Dollar für Forschung und Entwicklung im Wireless-Sektor aus. Gemeinsam können wir diesen Etat ohne Mehraufwand verdoppeln. Dies verschafft uns einen gewaltigen Vorsprung gegenüber den Mitbewerbern«, so van Houten.

Zur Position des neuen Unternehmens auf dem Wireless-Markt gefragt, fügt er an: »Wir schaffen sozusagen ›aus dem Stand‹ den Sprung in die Top 3 der Wireless-Chiphersteller. Darin liegt für uns sehr viel Potential.« Nicht nur auf dem Mobilfunk-Sektor sehen die beiden Gründerunternehmen den gemeinsamen Tochterkonzern ganz weit vorn. Auch in Teilbereichen wie UWB, Bluetooth, GPS, FM oder Wireless USB soll aus dem Joint Venture ein »Global Player« werden.

Zu den 9000 Mitarbeitern wollen NXP und STMicroelectronics zu etwa gleichen Teilen beitragen. Auf die Frage, ob NXP und ST auch über Job-Kürzungen im Rahmen des Joint-Ventures nachdenken, antwortete van Houten: »Unser Joint-Venture soll Know-How bündeln und unsere Mitarbeiter sind unser Know-how.«

Zu der Frage, wer CEO des Tochterkonzerns werden wird und wie das neue Unternehmen heißen wird, wollten die beiden CEOs noch keine Angaben machen. Fest steht, dass Bozotti und van Houten im Vorstand sitzen werden und dass ST den CEO stellen wird. Finanztechnisch hält STMicroelectronics einen Anteil von 80 Prozent, NXP soll von dem Partner-Konzern eine Summe von 1,55 Mrd. Dollar überwiesen bekommen.