Nokia schluckt Trolltech

Der Nokia-Konzern verleibt sich den norwegischen Software-Hersteller Trolltech ein.

Trolltech stellt Entwicklungssoftware für Mobiltelefone und Desktop-Anwendungen her. Der Linux-Desktop KDE und Google Earth wurden mit »Troll-Technik« programmiert.
 
Der Deal ist bereits unter Dach und Fach: Nokia und Trolltech haben sich darauf geeinigt, dass Trolltech zum Preis von rund 105 Millionen Euro - das entspricht 16 NOK oder 1,98 Euro pro Aktie - an den Nokia-Konzern übergeht. Vor der Transaktion, am Freitag letzter Woche, lag der Schlusskurs der Trolltech-Aktie an der Osloer Börse bei rund 10 NOK. Die beiden Firmengründer und Vorstände Haavard Nord und Eirik Chambe-Eng besitzen 27,42 Prozent der Trolltech-Anteile. Sie vereinbarten die Transaktion zusammen mit einigen institutionellen Anlegern, so dass jetzt bereits 66,43 Prozent der Trolltech-Aktien in Nokia-Besitz sind. Den restlichen Anlegern empfahlen die Gründer, ihre Aktien ebenfalls an Nokia zu verkaufen.
 
Trolltech stellt Entwicklungswerkzeuge für die plattformübergreifende Entwicklung von Software her. Flagschiff ist das Framework Qt, mit der sich Anwendungen für Windows und Linux erstellen lassen. Damit wurden u.a. der Linux-Desktop KDE, Photoshop Elements und Google Earth programmiert. Mit Qtopia bietet Trolltech auch ein Programmierwerkzeug für Mobiltelefone an. Nokia will die bisherigen Trolltech-Produkte in gewohnter Form weiterführen. Auch an der Tatsache, dass die Entwicklungstools sowohl in einer kommerziellen Version wie auch als Open Source vertrieben werden, soll sich nichts ändern.