Kabel-, Glasfaser- und drahtlose Teilnehmeranschlüsse legen zu

Der durchschnittliche Breitbandanteil (Zahl der Abonnenten pro Einwohner) ist trotz relativ bescheidener Raten in einigen EU-Mitgliedstaaten von 14,9 Prozent auf 18,2 Prozent gestiegen.

Diese Ergebnisse hat die Europäische Kommission in Brüssel in ihrem aktuellen Bericht vorgelegt. Danach verfügt in den Ländern mit der höchsten Breitbandverbreitung wie Dänemark mit 37,2 Prozent und Niederlande (33,1 Prozent) ungefähr ein Drittel oder mehr über einen Breitbandanschluss, wobei ein erheblicher Nutzeranteil keine etablierten Betreiber nutzt.

Am 1. Juli 2007 gab es in den 27 EU-Mitgliedstaaten mehr als 90 Millionen feste Breitbandanschlüsse, von denen annähernd 20 Millionen Anschlüsse (ohne Bulgarien und Rumänien) seit Juli 2006 hinzugekommen sind, was einen Anstieg von 28,7 Prozent darstellt. Proportional betrachtet war das Wachstum in Dänemark (7,7 Anschlüsse pro 100 Einwohner), Luxemburg (7,1 Anschlüsse pro 100 Einwohner) und Irland (6,7 Anschlüsse pro 100 Einwohner) am höchsten.

DSL ist mit ungefähr 72,5 Millionen Anschlüssen nach wie vor die wichtigste Breitbandtechnik in der EU. Allerdings ist das DSL-Wachstum gegenüber Juli 2006 um 6,1 Prozent zurückgegangen, während alternative Technologien wie Kabel, Glasfaserleitungen bis zum Kunden und drahtlose Teilnehmeranschlüsse mit insgesamt 17,7 Millionen Anschlüssen stärker genutzt wurden.

Gegenüber 45,9 Prozent im Juli 2006 sind 55,4 Prozent aller DSL-Anschlüsse alternativer Betreiber (17,6 Millionen Anschlüsse) entweder vollständig oder teilweise entbündelt. Der Wiederverkauf (8,2 Millionen Anschlüsse) spielt nach wie vor eine wichtige Rolle auf dem Vorleistungsmarkt, vor allem in Großbritannien und in Deutschland. Hierzulande hingen die Wiederverkäufer nach wie vor stark von den Bedingungen ab, die die Deutsche Telekom festlegt, so der Marktbericht.

In Europa ist der Marktanteil alternativer Betreiber weiter gestiegen und hat im Juli dieses Jahres 53,5 Prozent erreicht. Allerdings liegt der Marktanteil neuer Anbieter nur bei 44,3 Prozent, wenn man den bloßen Wiederverkauf von DSL-Anschlüssen der etablierten Betreiber nicht berücksichtigt. Alternative Betreiber investieren zunehmend in eigene Netze und böten weniger Dienste an, die auf die Infrastruktur etablierter Betreiber angewiesen sind.