HSPA+ als High-speed-Evolution zu LTE

Der Weg zu LTE (Long Term Evolution) wird in der Mobilfunk- Branche derzeit viel diskutiert. Doch bis dieses IP-basierte Netz an den Start gehen kann, gibt es noch eine Reihe von Zwischenschritten einzulegen.

Der Weg zu LTE (Long Term Evolution) wird in der Mobilfunk- Branche derzeit viel diskutiert. Doch bis dieses IP-basierte Netz an den Start gehen kann, gibt es noch eine Reihe von Zwischenschritten einzulegen.

LTE ist ein großes Stichwort, das für ein noch komfortableres High-speed- Wireless-Netz mit allen nur denkbaren Sprach-, Daten- und Multimedia- sowie Location-based-Diensten steht – mit Mobilgeräten, die all dies mit nur wenigen ICs beherrschen. Die Halbleiterhersteller arbeiten daran, zunächst aber noch an den Vorläufer-Generationen. Unter anderem der CDMA-Pionier Qualcomm (www.qualcomm. com). So kam aus deren Labors beispielsweise der Single-Chip-CMOSUMTS- Transceiver RTR6280, der für weltweiten Multiband-UMTS- und Quad-Band-EDGE-Betrieb ausgelegt ist. Der Baustein funktioniert also in allen japanischen UMTS-Bändern, in den europäischen 3G-Frequenzzuweisungen und auch in allen anderen weltweit verwendeten UMTS-Bändern, daneben auch in sämtlichen genutzten GSM- und EDGE-Frequenzbereichen.

Der Chip reklamiert für sich, weltweit der kleinste Multiband-Transceiver dieser Universal-Kategorie zu sein, die Stromaufnahme im Vergleich zu früheren Vertretern dieser Klasse auf rund die Hälfte gesenkt zu haben und frühere Zwei-Chip-Lösungen mit seinem erheblich kleineren „Footprint“ und seinem günstigeren Preis aus dem Rennen zu schlagen. Entwicklungsmuster kommen derzeit auf den Markt. Eine technische Zusammenarbeit im Hinblick auf Mobilfunk in „Emerging Markets“ pflegen Qualcomm und Spansion: Flash-Speicher von Spansion werden in Referenz-Plattformen von Qualcomm für kostengünstige Handy-Designs verwendet. Marktforschungsunternehmen schätzen, dass der Markt für Low-Cost-Telefone von 19 Mio. Stück im Jahr 2006 auf über 150 Mio. Stück im Jahr 2010 ansteigen wird. Für den breiteren Markt der Smartphones kommt demnächst auch unter dem Namen MSM7225 der „Mobile Station Modem“-Chipsatz heraus; er arbeitet in einer Dual-Prozessor- Konfiguration in allen High-speed- Daten-, Video- und Multimedia- Diensten in höherwertigen Mobilgeräten, die bereits Handheld-PCCharakter haben.

Qualcomm agiert auch im Bereich der Technologie HSPA+. Muster der ersten Übertragungsbausteine für HSPA+ nennen sich „Mobile Data Modem 8200“ und werden laut Aussagen des Unternehmens noch in diesem Jahr an Entwickler ausgeliefert. Der Vorteil von HSPA+: Mit diesem international völlig standardkonformen Verfahren können bestehende Frequenzbänder genutzt werden, und zwar bei Download- Geschwindigkeiten bis zu 30 Mbit/s, inklusive VoIP und mit wesentlich höheren Zellenkapazitäten und optimaler Spektral-Effizienz. 2008 soll HSPA+ dann in die Märkte eingeführt werden.

Der Mobilfunk-Weg hin zu LTE

LTE (Long Term Evolution) ist der nächste größere Generationenschritt im Mobilfunk. Man bezeichnet diese Technologie-Generation, die etwa im Jahre 2010 kommen soll, auch als HSOPA (High Speed OFDM Packet Access, was auf die Modulationstechnik OFDM – Orthogonal Frequency Division Multiplex – hinweist) oder als „Super 3G“ oder „4G“. Neben OFDM kommt auch die MIMO-Technologie zum Einsatz (Multiple Input Multiple Output, Mehrwege-Übertragung mit mehreren parallel an unterschiedlichen Antennenkonstruktionen arbeitenden Sendern/Empfängern). Damit soll es den Mobilfunk-Anbietern möglich sein, zehn Mal mehr Anwender in einer Zelle zu bedienen und neben Sprache auch Dienste wie interaktive Applikationen inklusive Hochgeschwindigkeits- Datentransfer und TV (IPTV) anzubieten. Gegenüber der alternativen Technologie WiMAX soll der Weg hin zu LTE den Mobilfunk- Anbietern einen kostengünstigen evolutionären Migrationspfad vom jetzigen UMTS über HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) und HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) – zusammen als HSPA bezeichnet – ermöglichen. Nicht zuletzt soll eine effizientere Nutzung des Spektrums erreicht werden. Bisher wurden experimentell LTE-Downlink-Datenraten von 37 Mbit/s über einen 5-MHz-Kanal erreicht.

Ein weiterer erwähnenswerter Zwischenschritt in Richtung 4G ist HSPA+, eine relativ unkomplizierte Erweiterung bestehender UMTS-Netze mit max. 30 Mbit/s im Down- und bis 10 Mbit/s im Uplink. Allerdings ist nicht sicher, ob HSPA+ als Zwischenschritt eventuell von manchen Netzbetreibern nicht einfach übersprungen wird.