Entwurf für ATM-Zugang: BNA will Telekom zwingen

Die Bundesnetzagentur (BNA) will die Deutsche Telekom offenbar dazu zwingen, jedermann Zugang zum ATM-Bitstromzugang zu gewähren. Das geht aus einem Entwurf einer Regulierungsverfügung für den ATM-Bitstromzugang hervor, den die BNA vorgelegt hat.

Der Entscheidungsentwurf sieht vor, der Deutschen Telekom AG (DT AG) eine Verpflichtung zur Zugangsgewährung zum ATM-Bitstromzugang aufzuerlegen. Als Auflagen sind der Zugang unter nicht diskriminierenden Bedingungen, die getrennte Rechnungsführung und die Veröffentlichung eines Standardangebots vorgesehen. Für die Entgelte ist geplant, diese der nachträglichen Entgeltkontrolle zu unterwerfen.

Der ATM-Bitstromzugang ist eine Vorleistung, die Wettbewerber in die Lage versetzen soll, auf den nachgelagerten Endkundenmärkten qualitativ hochwertige DSL-Anschlüsse anzubieten, die in erster Linie von Geschäftskunden nachgefragt werden. Hierin unterscheidet sich der ATM-Bitstromzugang vom IP-Bitstromzugang, zu dessen Zugangsgewährung die DT AG bereits im September l2006 verpflichtet worden ist, der auf der Basis des Internetprotokolls abgewickelt wird und der vornehmlich den DSL-Massenmarkt im Blick hat. Insoweit wird der nun in Brüssel vorgelegte Entwurf nach endgültigem Inkrafttreten die Regulierungsmaßnahmen auf dem Vorleistungsmarkt für Bitstromzugang komplettieren.

Die EU Kommission und die nationalen Regulierungsbehörden der anderen Mitgliedsstaaten können bis 12. Februar zu dem Entwurf Stellung nehmen. Unter weitestgehender Berücksichtigung der Stellungnahmen wird die zuständige Beschlusskammer der Bundesnetzagentur dann endgültig entscheiden.