Fernbusse Digitale Unterhaltung – on- und offline

Digitale Dienste ohne ständige Funkverbindugn
Digitale Dienste ohne ständige Funkverbindugn

In ihren Fernbussen ist die Deutsche Bahn wesentlich innovativer als in den Zügen. Welche digitalen Dienste man auch ohne ständige Funkverbindung mit dem Internet anbieten kann, zeigt die DB-Tochter Berlin Linien Bus.

Es steht zu befürchten, dass die Bahn mit dem Versprechen, ab 2016 freies WLAN für alle Fahrgäste in ihren ICE-Zügen anzubieten, mit vollem Tempo in den nächsten Shitstorm fährt. Wenn die Bahn es nicht einmal schafft, die technischen Probleme in ihren Kernbereichen in den Griff zu bekommen und einfach funktionierende Züge, Weichen und Signale zu betreiben, dann ist kaum zu erwarten, dass das bei der Funkkommunikation gelingen wird. Die technischen Herausforderungen sind gewaltig: Ein voll besetzter ICE hat 800 Sitzplätze. Alle diese Fahrgäste müssen sich ein WLAN-Gateway teilen, über das die Daten ins Mobilfunknetz übertragen werden. Und wenn sich zwei Züge begegnen, sind doppelt so viele Nutzer in derselben Funkzelle. Da dürfte das Surfen selbst dann nicht mehr viel Freude machen, wenn LTE entlang der Bahnstrecken ausgebaut ist.

Die Fernbus-Betreiber haben es insofern besser, als ein Bus nur 50 bis 60 Plätze hat und das Mobilfunknetz entlang der Autobahnen gut ausgebaut ist. Trotzdem gibt es auch hier Versorgungs­lücken. Die Berlin Linien Bus GmbH, an der die Deutsche Bahn zu 65 % beteiligt ist, hat jetzt ein Konzept vorgestellt, wie man den Kunden digitale Dienste anbieten kann, ohne ständig eine Internetverbindung haben zu müssen.

Keine Verbindung nach außen notwendig

Seit Jahresbeginn hat Berlin Linien Bus seine gesamte Fernbusflotte mit einer digitalen Bibliothek ausgerüstet. So können Fahrgäste über Smart­phones und Tablets die digitalen Ausgaben vieler Zeitschriften und Magazine lesen, darunter während einer Beta­phase Stern, Gala, Capital, Geo sowie zahlreiche weitere Zeitschriften und Magazine. Darüber hinaus ist eine Auswahl an digitalen Büchern vorhanden, die ständig aktualisiert und ergänzt wird. Der Zugriff steht während der gesamten Fahrt und für alle Fahrgäste unbegrenzt zur Verfügung.

Realisiert wird das Angebot durch das Zusammenspiel einer IT-Anwendung des Berliner Start-up-Unternehmens Mediaspot mit dem Verfahren iBeacon. Dieser von Apple entwickelte Nah­bereichs-Funkstandard markiert den Zugang zum virtuellen Zeitschriftenständer. Die Fahrgäste müssen sich ­lediglich die Mediaspot-App auf ihr Android- oder iOS-Gerät laden, die auf dem Server im Fernbus liegt.

„Die Lösung ist einfach, sicher und ­innovativ. Sie passt perfekt zu unserem Verständnis als Vorreiter eines modernen Fernbus-Markts. Deshalb haben wir diese Innovation für unsere Kunden schnell umgesetzt“, erläutert BLB-Geschäftsführer Jörg Schaube die Entscheidung für die Kooperation mit dem Start-up Mediaspot.