Fachhochschule Köln Antiradarbeschichtung für Windräder

Die hochfrequenzabsorbierende Beschichtung (RAM = Radar Absorbing Material)
Die hochfrequenzabsorbierende Beschichtung (RAM = Radar Absorbing Material)an einem Windrad.

Die Radarverträglichkeit zählt zu den zentralen Problemen beim Ausbau von Offshore-Windkraftanlagen, denn Mehrfachreflektionen in Windparks können die Funktion von Radaranlagen stark beeinflussen. Forscher der FH Köln haben nun eine spezielle Antiradarbeschichtung für Windräder entwickelt, die solche Mehrfachreflektionen unterdrückt.

Das Forscherteam des Labors für Hochfrequenztechnik am Institut für Nachrichtentechnik der Fachhochschule Köln analysierte mithilfe elektromagnetischer Simulationen das Radarstörverhalten von Windparks und hat dabei Techniken zur Störungsreduzierung erforscht. Anhand der Ergebnisse hat das Team unter anderem hochfrequenzabsorbierende Beschichtungen auf Basis neuartiger Metamaterialien entwickelt, die aus speziell strukturierten Kunststoffoberflächen bestehen. Diese Antireflexmaterialien können Mehrfachreflexionen hochfrequenter Strahlung - wie sie beispielsweise an Bauwerken aus Eisen oder Stahl vorkommen können - unterdrücken und dadurch Störungen in der Signalübertragung von z.B. Radar verhindern.

Mehrfachreflektionen können schwere Folgen haben: Im Radar entstehen potenziell gefährliche Geisterbilder und Radar-Clutter (Stördaten). Bei Radaranlagen auf Schiffen oder an der Küste kann es passieren, dass in der Nähe fahrende Schiffe nicht vom Radar erkannt werden oder Fehlortungen entstehen.

Die Radarverträglichkeit an Windkrafträdern birgt noch einige weitere Besonderheiten: »Die Beschichtungen für die Radarflügel müssen möglichst leicht sein, müssen sich an die Form der Rotorflügel anpassen und dürfen nicht auftragen«, erläutert Prof. Kronberger von der FH Köln.

Erstmals zu sehen sind die neuen Beschichtungen vom 18.-22.9.2012 auf der »Husum WindEnergy 2012«. Dort präsentiert die Fachhochschule Köln das Funktionsprinzip der radarabsorbierenden Beschichtungen am Beispiel einer Windturbine, deren Rotorblätter mit absorbierenden Beschichtungen versehen sind.