Workshop "Employer Branding & Social Media Recruiting" Wettstreit um die besten Ingenieure

Gruppenarbeit zum Thema "Employer Value Proposition": Was macht einen guten Arbeitgeber aus?
Workshop "Employer Branding und Social Media Recruiting für mittelständische Elektronikunternehmen" am 23.4.15 in Haar, mit Gruppenarbeit zum Thema "Employer Value Proposition": Was macht einen guten Arbeitgeber aus?

Die Konkurrenz um Elektroingenieure ist groß. Wie positioniert man sich als mittelständischer Arbeitgeber im Wettbewerb mit Audi, BMW oder Airbus? Das war eines der Themen auf dem von Markt&Technik veranstalteten Workshop »Employer Branding und Social Media Recruiting für mittelständische Elektronikunternehmen«.

Bei Brose in Coburg hat man vor wenigen Jahren mit Hilfe einer Agentur intensiv über die zentralen Inhalte einer Brose-eigenen Arbeitgebermarke nachgedacht. Und dabei die Kernbotschaften »Leidenschaft für Technik«, »Traditionsbewusstsein« sowie die Werte eines »Familienunternehmens« ermittelt und zum Gegenstand einer kreativen Anzeigenkampagne gemacht.

Aus Brose-Produkten wurden Tiere geformt, unter anderem Schmetterlinge, die mit dem Slogan »Technikschwärmer gesucht« unterschrieben waren. Im Nachrichtenmagazin Spiegel wurde eine ganzseitige Anzeige mit dem Bundesadler geschaltet, nachgebaut aus Brose-Teilen und unterschrieben mit »Bundesweit gesucht«.

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Workshop "Employer Branding und Social Media Recruiting"

Die Konkurrenz um Elektroingenieure ist groß. Wie positioniert man sich als Arbeitgeber im Wettbewerb mit Audi, BMW oder Airbus? Das war eines der Themen auf dem von Markt&Technik veranstalteten Workshop »Employer Branding und Social Media Recruiting«.

»Employer Branding« nennt man neudeutsch die Bildung einer Arbeitgebermarke. Sie soll dabei helfen, die besten Fachkräfte für ein Unternehmen zu begeistern und zu binden.

Die Brose-Kampagne dürfte ihr Ziel nicht verfehlt haben. In einem Punkt jedoch hält die kreative Leistung Dr. Wolfgang Feiges kritischem Transfer-Blick nicht stand: »Technik-Schwärmer mit Leidenschaft zur Entfaltung stand in der Anzeige. Wenn es aber in Ihrem Unternehmen nicht zuallererst um persönliche Entfaltung geht, dann sollten Sie diesen Slogan nicht verwenden!«, sagt der ehemalige Personalchef und Berater von der zeag GmbH.

Denn "Brand" sei das, was andere von einem denken.  »Produktmarke, Arbeitgebermarke und Führungsmarke fließen ein und beeinflussen sich gegenseitig«, erklärt Feige. Grundlage dafür sind Eigenschaften, Aussagen und Handlungen.

Vor allem die Führungsmarke beeinflusse, ob der angelockte Mitarbeiter auch langfristig bleibe. Das werde aber bei Employer Branding-Überlegungen häufig vernachlässigt. Erst wenn alle drei Punkte übereinstimmen, dann findet man nicht nur die richtigen Mitarbeiter, sondern bindet sie auch erfolgreich.

Vor jeder Marketingkampagne steht die Frage nach dem USP, der »unique selling proposition«. Das gilt für Produkte genauso wie für das Personalmarketing.

Die Definition des USP ist der erste Schritt auf dem Weg zum Employer Branding – das sei häufig noch nicht mal bekannt, wie der Referent berichtet. (Die zeag GmbH veranstaltet unter anderem den ersten Arbeitgeber-Wettbewerb für die Elektronikbranche, »Top Job Elektronik«.)

Eine Kampagne ohne vorherige Definition des USP sei kontraproduktiv, erklärt Feige. Denn was nütze es, wenn der begehrte Mitarbeiter noch in der Probezeit wieder abspringt, weil der Arbeitsalltag so gar nicht den vollmundigen Versprechungen aus der Anzeige entspricht?

Dann ist nicht nur die Stelle wieder unbesetzt, auch die entstanden Recruiting-Kosten sind verloren, die Suche beginnt von neuem.

Deshalb sei es so wichtig, dass Personalmarketing-Maßnahmen die Unternehmenskultur wahrheitsgemäß wiedergeben und mit der Wahrnehmung der eigenen Mitarbeiter, also mit der »erlebten« Arbeitgebermarke, übereinstimmen.

Denn eine Arbeitgebermarke wirke immer in beide Richtungen, nach innen und nach außen.

Das erklärt er an mehreren Beispielen und zitiert dazu aus Studien der Universität St. Gallen, die für »Top Job« die Mitarbeiterbefragungen durchführt und auswertet. Denn diese Ergebnisse sind Grundlage der anschließenden Bewertung.