Schwerpunkte

Trends im Training

24. Januar 2008, 10:40 Uhr   |  Christine Demmer, Markt&Technik


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Wertschöpfungsbeitrag einer Qualifizierung

Wertschöpfungsbeitrag einer Qualifizierung
Als zweitwichtigstes Thema stuften die HR-Experten die Bildungsökonomie ein: Sie wollen genau wissen, welchen Wertschöpfungsbeitrag eine geplante Qualifizierungsinvestition bringt. Schließlich müssen sie ihrer Geschäftsleitung Rede und Antwort stehen, ob sich die Ausgabe lohnen wird - bevor zur Buchung geschritten wird. Wo das nur ungefähr prognostiziert werden kann, wird der Erfolg im Nachhinein festgestellt, und die künftigen Maßnahmen werden angepasst. Anke Pickhardt von Texas Instruments beschreibt, wie in ihrem Haus vorgegangen wird: »Die Bedarfserhebung erfolgt über jährliche Entwicklungspläne für alle Mitarbeiter. Danach wird das Kursangebot erstellt. Das ist in sehr starkem Maße den Bedürfnissen der Mitarbeiter angepasst und umfasst nur im Ausnahmefall Standardtraining.« Im Bereich der Führungskompetenz und zum Teil auch im Bereich Soft Skills erfolgt die Bedarfsanalyse auch über Diagnose-Werkzeuge. Maßgeschneiderte Programme haben Vorrang, doch auch diese kommen auf den Prüfstand: »Für alle durchgeführten Maßnahmen wird Bildungscontrolling durchgeführt und der Erfolg der Maßnahme soweit möglich gemessen. Der komplette Trainingsprozess ist dokumentiert und ist Bestandteil aller ISO 9000 bzw. TS 16949 Audits. Einzelne Komponenten der Ausbildung wurden wiederholt in den Audits als ’best practice’ ausgezeichnet.«

Auch für Thomas Ege, Personalentwickler und Trainer bei Agilent Technologies Deutschland, ist die betriebliche Weiterbildung alles andere als ein Selbstzweck. Es soll den Mitarbeitern und dem Betrieb nützen, und das tut es nur, wenn am Ende etwas dabei herauskommt. »Zumindest im Bereich nicht-technischer Trainings lässt sich ein Trend zu abnehmender Teilnahme an längeren Präsenztrainings, also mehr als zwei Tage, feststellen«, beobachtet Ege. E-Learning sei dafür kein Ersatz und werde höchstens für einzelne, sehr spezifische Fachtrainings genutzt. »Dort wo Präsenztrainings stattfinden - dies geschieht vorwiegend im Führungskräftebereich - legen wir sehr großen Wert auf Nachhaltigkeit. Der einzelne Trainings-Event steht zwar immer noch im Mittelpunkt, wird aber durch wohlüberlegte Vor- und Nacharbeit unterstützt.« Bei Agilent zählt ökonomischer Pragmatismus: »Schwerpunkt dieser Trainingsmaßnahmen ist, möglichst hohe Praxisnähe zu erzielen«, versichert Ege, »die Trainingsteilnehmer sollen nach Beendigung der Trainingsmaßnahme konkret an aktuellen Business-Fällen gearbeitet und Fortschritte erzielt haben, so dass das Erlernte direkt angewendet werden konnte und nicht der Eindruck entsteht, Zeit verloren zu haben.«

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1. Trends im Training
2. Trainings dauern lieber kurz als lang
3. Wertschöpfungsbeitrag einer Qualifizierung
4. Weiterbildung als sinnvoll einstufen

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