Konjunkturumfrage bayerische Metall- und Elektroindustrie Stellenzuwachs halbiert sich

Die wirtschaftliche Lage in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat sich im ersten Halbjahr 2012 von hohem Niveau aus spürbar abgekühlt, sogar stärker als erwartet. Wie sind die Aussichten?

Für die kommenden Monate erwarten die Verbandsmitglieder eine weitere Verlangsamung, aber keinen Einbruch. Das ist das Ergebnis der halbjährlichen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber bayme vbm unter ihren Mitgliedsbetrieben. bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Die Abkühlung im ersten Halbjahr ist stärker ausgefallen als erwartet. Vor allem die Vertrauenskrise im Euroraum und die Rezession in Südeuropa belasten die Konjunktur. Die Perspektiven sind sehr unsicher. Deshalb ist Vorsicht geboten. Die Zuversicht der Betriebe, dass es keinen Einbruch geben wird, beruht auf dem Vertrauen in ihre eigene Stärke.“

Laut Umfrage hat sich die Einschätzung der aktuellen Lage gegenüber der letzten Erhebung deutlich verschlechtert. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen liegt sowohl beim Inlands- als auch beim Auslandsgeschäft mit knapp unter 40 Prozent aber weiter deutlich im positiven Bereich.

Auch die Geschäftserwartungen sind weiter zurückgegangen. Per Saldo liegen die Erwartungen für das Auslands- und Inlandsgeschäft inzwischen leicht unter der Nulllinie (Inland: -3,4 Prozent, Ausland: -0,9 Prozent). Brossardt: „Grund für die negativen Exportaussichten sind vor allem die Erwartungen bezogen auf die Europäische Union, insbesondere was Spanien und Italien angeht.“

Gut 53 Prozent der Betriebe gehen davon aus, dass ihre Exporte nach Spanien im zweiten Halbjahr sinken werden, 47 Prozent erwarten sinkende Ausfuhren nach Italien. „Für die bayerische M+E-Industrie ist die EU ein sehr wichtiger Absatzmarkt. Über 47 Prozent aller Exporte fließen in die EU, 30 Prozent in den Euroraum“, unterstreicht Brossardt.

Die erwartete Abkühlung zeigt sich auch an den Produktionsplänen. Sie sind  weiter gesunken und liegen per Saldo mit +2,0 Punkten nur noch knapp im positiven Bereich. Brossardt: „Wir erwarten für die kommenden Monate eine Seitwärtsbewegung bei der Produktion.“ Die mittel- bis langfristig ausgerichteten Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen sind deutlich gesunken, liegen aber noch sichtbar im positiven Bereich. Brossardt: „Der Beschäftigungsanstieg dürfte sich verlangsamt fortsetzen. Von Januar bis Mai entstanden gut 10.000 zusätzliche Stammarbeitsplätze. Für das zweite Halbjahr gehen wir von einer Halbierung aus. Das heißt, es werden etwa 5.000 neue Stellen entstehen.“