Duales Studium Jobgarantie inklusive

Sichere Landung fast immer garantiert: Wer ein duales Studium erfolgreich absolviert, hat den ersten Schritt auf der Karriereleiter praktisch schon in der Tasche. Im Kletterpark lernen die neuen »StudiumPlus«-Beginner der Friedhelm-Loh-Group, gemeinsam als Team zu funktionieren und einander Vertrauen entgegen zu bringen.
Sichere Landung fast immer garantiert: Wer ein duales Studium erfolgreich absolviert, hat den ersten Schritt auf der Karriereleiter praktisch schon in der Tasche. Im Kletterpark lernen die neuen »StudiumPlus«-Beginner der Friedhelm-Loh-Group, gemeinsam als Team zu funktionieren und einander Vertrauen entgegen zu bringen.

Bis zu zwei Drittel aller Studenten in Ingenieurwissenschaften arbeiten neben dem Studium, oftmals fachfremd. In Elektrotechnik könne man sich das eigentlich gar nicht leisten, warnt der VDE mit Blick auf die hohen Abbrecherquoten. Ein beliebter (auch weil bezahlter) Weg zum Bachelor-Abschluss ist das duale Studium, Jobgarantie inklusive.

Arbeiten und Studieren – das ist für viele Studierende der Ingenieurwissenschaften Alltag. Sie finanzieren sich damit den gewünschten Lebensstandard. Der ZVEI erwartet, dass der Anteil berufstätiger Studierender in den nächsten Jahren weiter ansteigen wird.

Zum Leidwesen des VDE ist es aber nicht immer die studiennahe Werkstudententätigkeit, die das Taschengeld aufbessert. Sondern der Aushilfsjob am Fließband, am Burger-Grill oder im Taxi.

Der Nebenerwerb müsse aber grundsätzlich immer dem Studienerfolg untergeordnet werden, mahnt der Verband. Eine Kombination aus Studium und Erwerbstätigkeit sei zwar grundsätzlich möglich – aber auch sehr belastend und daher nicht für jeden zu stemmen. »Das Lernen sollte klar im Vordergrund stehen«, sagt Michael Berger, Vorsitzender des Ausschusses »Studium, Beruf und Gesellschaft« im VDE und Professor im Fachgebiet Schaltungstechnik und Mikroelektronik sowie Vizepräsident an der Fachhochschule Westküste.

Eine ideale Möglichkeit, Studium und eine dem nahe Erwerbstätigkeit zu ergänzen, ist das Duale Studium. Ein dualer Studiengang unterscheidet sich von klassischen Studiengängen durch einen höheren Praxisbezug. Der Lernort Hochschule und der Lernort Betrieb ergänzen sich und sind organisatorisch und curicular eng miteinander verzahnt.

Unter dem Begriff »Duales Studium« fungieren dabei unterschiedliche Modelle: Lehre plus Studium, Studium und Praxis, Berufsintegrierendes Teilzeit-Studium oder Berufsbegleitendes Fern- oder Abendstudium.

Weidmüller in Detmold bietet »engagierten und leistungsstarken« jungen Menschen die Kombination aus IHK-und Bachelor-Abschluss, den sie innerhalb von vier Jahren erwerben können. Die Partner auf Hochschulseite dafür sind unter anderem die Hochschule Ostwestfalen-Lippe und die Universität Paderborn. Am Standort in Thüringen ist die Berufsakademie Eisenach der duale Partner.

In der Ausbildungsphase im Betrieb bereitet Weidmüller die dualen Studenten auf die IHK-Abschlussprüfung vor. Parallel dazu läuft das Studium, das mit dem Bachelor beendet wird. Während der Praxisphasen kann das theoretische Wissen aus dem Studium in die Praxis umgesetzt werden.

Swantje Hubrich ist Referentin der Hochschulbetreuung bei der Weidmüller Akademie, unter deren Leitung nicht nur das duale Studium in den Bereichen Wirtschaftsingenieurwesen und Elektrotechnik bei Weidmüller organisiert ist, sondern auch Werkstudententätigkeiten und Praktika ermöglicht werden.

Knapp 50 Prozent der dualen Studenten gehen mit dem Bachelor-Abschluss in den Beruf über, wenngleich Weidmüller auch das Masterstudium im Anschluss an den Bachelor fördert: »Etwa ein Jahr vor dem Bachelor-Abschluss sprechen wir mit unseren dualen Studenten, ob sie auch den Masterabschluss machen möchten oder mit dem Bachelor in den Beruf starten wollen«, sagt Hubrich.

Die Vergütung bis zum Bachelor-Abschluss orientiert sich am Ausbildungstarif der IG Metall Nordrhein-Westfalen und startet aktuell im ersten Jahr bei 897Euro brutto (942 Euro im zweiten, 1008 Euro im dritten und 1054 im vierten Jahr).

Ganz so leicht ist es freilich nicht, einen der begehrten dualen Studienplätze zu ergattern: Weidmüller schaut auf die Noten und fragt fachspezifische Kenntnisse in einem Online-Testverfahren ab. Auch eine technische Vorbildung, etwa im Rahmen einer Physik-AG, wird gerne gesehen.

Und auch auf die Persönlichkeit wird geachtet: »Neben den Noten spielen Freundlichkeit, Höflichkeit, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit bei uns eine wichtige Rolle!«, sagt Hubrich. Die Zahl der Studienplätze wird dann anhand eines Assessment Centers verteilt.

Der Vorteil für die 150 bis 200 Bewerber, die einen der angebotenen Plätze ergattern: Sie verdienen nicht nur während des Studium s schon Geld, sondern sie haben auch »sehr gute Einstiegschancen« nach dem Abschluss, erklärt Hubrich.

15 junge Menschen haben Anfang Juli ihr »StudiumPlus« bei der Friedhelm Loh Group aufgenommen. StudiumPlus ist ein duales Studienkonzept, das die Technische Hochschule Mittelhessen in Kooperation mit rund 500 Partnerunternehmen und -einrichtungen anbietet. Seit der Gründung im Jahr 2001 ist auch die Friedhelm Loh Group dabei.

Jedes Jahr starten zwischen 15 und 20 Studierende in ihr erstes Semester an der THM und in der Friedhelm Loh Group. Bislang haben 159 junge Menschen ihr StudiumPlus in der Unternehmensgruppe absolviert.

Nicht alle Studierenden sind neu im Unternehmen – fünf der 15 neuen haben den Sprung von der Ausbildung ins duale StudiumPlus gewählt: Maschinenbau oder Mittelstandsmanagement, Elektrotechnik oder Technische Informatik.

Die Studierenden werden in den Praxisphasen ihres Studiums im Unternehmen eingesetzt. Damit bringen sie ihr theoretisches Wissen direkt ein und lernen aus der alltäglichen Praxis.

Wer will, kann auch im Ausland arbeiten. So wie Torben Frey: Der 23-Jährige hat bereits während seiner Ausbildung zum Mechatroniker für Rittal, der größten Tochtergesellschaft der Friedhelm Loh Group, mehrere Monate in Shanghai gearbeitet. Jetzt schließt er noch das Studium im Bereich Ingenieurwesen Elektrotechnik an.

Das Projekt »Duales Studium« beginnt für die 15 neuen Erstsemester mit einer gemeinsamen Einführungswoche und einem Ausflug in den Kletterwald . Anschließend folgt ein Vorpraktikum in den Rittal-Werken, um auf Tuchfühlung mit den Produkten zu gehen. Das Studium an der Hochschule beginnt im Oktober.

Noch vor Studienbeginn Wissen über die Produkte und ihre Anwendungsfelder anzusammeln – und vor allem selbst Hand an die Maschinen anzulegen – sei ein erster Schritt in einen neuen Lebensabschnitt, so Daniel Wirth, der die Studierenden in der unternehmenseigenen Weiterbildungseinrichtung, der Loh Academy, betreut: »Wir möchten unseren Studierenden nicht nur einen möglichst umfassenden Einblick in die Friedhelm Loh Group ermöglichen, sondern sie auch direkt integrieren.«

Semesterferien freilich sind erst recht für duale Studierende keine echten Ferien: Was sie während ihrer wissenschaftlichen Ausbildung an der THM lernen, wenden dann in den Unternehmen an und halten es in Berichten und Präsentationen fest. Der Lohn der Mühe: Fast immer ein Job.

Sichere Landung fast immer garantiert: Wer ein duales Studium erfolgreich absolviert, hat den ersten Schritt auf der Karriereleiter praktisch schon in der Tasche. Im Kletterpark lernen die neuen »StudiumPlus«-Beginner der Friedhelm-Loh-Group, gemeinsam als Team zu funktionieren und einander Vertrauen entgegen zu bringen.