Mobile Recruiting HR mag es traditionell

Nur zwölf Prozent der befragten Arbeitgeber haben ihre Job- und Karriereseiten für mobile Endgeräte optimiert – obwohl 60 Prozent der Kandidaten auf mobilen Geräten nach freien Stellen suchen. Warum?

Die Jobseite »Indeed« hat für eine Studie Personal-Entscheider aus über 500 Unternehmen zu ihren (mobilen) Recruiting-Prozessen befragt. Nur zwölf Prozent der Teilnehmer gaben an, dass sie ihre Job- und Karriereseiten sowie ihre Bewerbungsprozesse für mobile Geräte wie Tablets oder Smartphones optimiert haben. Dabei suchen inzwischen weit über die Hälfte der deutschen Kandidaten auf mobilen Geräten nach freien Stellen, Tendenz steigend.

Immerhin: 23 Prozent der Befragten planen, ihre Seiten für mobile Geräte zu optimieren. 31 Prozent wollen diesen Trend weiter im Auge behalten und dann entsprechend reagieren. Aber rund ein Drittel der Befragten (34 Prozent) zeigten kein Interesse am Thema Mobile Recruiting.

»Das Ergebnis der Umfrage überrascht und zeigt, dass die deutschen Arbeitgeber nur unzureichend auf das schnelle Wachstum bei Mobile Recruiting vorbereitet sind. Hier besteht eine mobile Diskrepanz, da Arbeitnehmer fast aller Altersgruppen zunehmend über Tablet und Smartphone auf Job- und Karriereseiten von Unternehmen zugreifen und auch erwarten, dass Bewerbungsprozesse einfach mobil möglich sind. Unternehmen, Karriereportale und Jobseiten sollten daher in mobile Angebote für die Jobsuche investieren, damit die Unterschiede zur Nachfrage bei den Bewerbern nicht noch größer werden«, kommentiert Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed DACH, die Ergebnisse der Studie.

Warum aber bieten bislang nur wenige Unternehmen mobil optimierte Karriereseiten? 30 Prozent der aktuell befragten Personal-Entscheider befürchten einen Rückgang der Qualität unter den Kandidaten, wenn diese sich über ihr mobiles Gerät bewerben. 22 Prozent der Teilnehmer ist die technische Umsetzung zu aufwändig beziehungsweise sie bekommen nicht genügend IT-Ressourcen zur Verfügung gestellt. Und 25 Prozent beachten diesen Trend bisher nicht und gehen davon aus, dass mobile Bewerbungen erst künftig größere Bedeutung erlangen werden.

Bei Bewerbungen sind viele deutsche Unternehmen noch traditionell eingestellt. 67 Prozent der befragten Personal-Entscheider bevorzugen die Bewerbungsmappe per Post, 53 Prozent Bewerbungen per E-Mail. 44 Prozent der Teilnehmer schätzen Bewerbungen über Online-Formulare, 34 Prozent sind davon nur mäßig begeistert, und 22 Prozent akzeptieren diese überhaupt nicht.

Die Größe eines Unternehmens ist entscheidend: in Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern werden Bewerbungen über Online-Formulare von 32 Prozent nicht akzeptiert, bis 999 Mitarbeitern von 17 Prozent und ab 1000 Mitarbeitern nur noch von 15 Prozent. Traditionelle Bewerbungsmappen per Post werden noch immer in allen Unternehmensgrößen favorisiert: in Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern von 70 Prozent der Personalentscheider, ab 1000 Mitarbeitern immer noch von 67 Prozent.

Bewerbungsschreiben und Lebenslauf sind immer noch wichtige Teile von Bewerbungen. Das Anschreiben (36 Prozent) und der Lebenslauf (35 Prozent) spielen in der ersten Auswahlrunde unter den Bewerbern auch die größte Rolle. Arbeitsproben (16 Prozent) und Zeugnisse (13 Prozent) sind den Personal-Entscheidern hier weniger wichtig.