Gehälter in der Elektronikbranche weiter auf hohem Niveau

Das Gesetz von Angebot und Nachfrage sichert Elektronikingenieuren auch angesichts der Finanzkrise prall gefüllte Lohntüten. Die Gehälter steigen momentan nicht so rasant wie bisher, aber sie stagnieren auf denkbar hohem Niveau. Fachkräftemangel und Spezialwissen zahlen sich eben auch in rezessiven Phasen aus.

Die Krise auf dem Subprime-Markt in den USA hält die Welt in Atem und wirkt sich auch auf die deutsche Elektronikbranche aus. Nachdem das 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket der Regierung Bush zunächst vom Repräsentantenhaus abgelehnt wurde, hat der US-Senat nun das Paket gebilligt. Und das hat auch für den deutschen Markt Konsequenzen: Der Rettungsplan ermöglicht es dem Staat, den Banken faule Immobilien-Kredite im Umfang von bis zu 700 Milliarden Dollar abzukaufen, womit der komplette Zusammenbruch des Finanzwesens verhindert werden kann.

Die Krise begann ja damit, dass US-Banken Hypotheken mit geringer Bonität (Subprime) zu Bündeln geschnürt und als Wertpapiere weltweit weiterverkauft haben. Das Risiko wurde einfach weitergereicht, das Kreditvolumen explodierte. Und als die sorglosen Praktiken der US-Banken ans Licht kamen, begannen die krass überhöhten Immobilienpreise im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu sinken. Die Hypotheken verloren die Deckung, Zahlungsausfälle waren die Folge. Die Wertpapiere wurden verschleudert, die Kurse fielen, der Rest ist bekannt.

Was hat das mit der deutschen Elektronikbranche und mit den Gehältern der Elektronikingenieure zu tun? »Elektronikunternehmen brauchen Geld für Investitionen in neue Fabs, in neue Technologien. Wenn die Aktie eines Unternehmens um 30 bis 50 Prozent fällt, und die Banken keine Kredite mehr gewähren, weil alle misstrauisch geworden sind, beginnt ein Teufelskreislauf«, sagt Dieter A. Graf von Reischach, geschäftsführender  Gesellschafter der Unternehmensberatung Interconsult in Vaihingen-Enz bei Stuttgart. »Es gibt Unternehmen in USA, die ihren Dispo-Kredit momentan zwar nicht brauchen, ihn aber vorsorglich komplett ausschöpfen, um auf Nummer sicher zu gehen, bevor die Kreditlinien überraschend gekürzt werden. Es herrscht eine totale Verunsicherung in allen Bereichen«, so der Branchenkenner. 

Funktion

Q3

Median

Q1

Geschäftsführung mit PV

209.560 €

161.250 €

111.700 €

Vertriebsleitung mit PV

123.189 €

100.502 €

84.730 €

Kaufmännische Leitung mit PV

125.800 €

97.922 €

81.600 €

Produktmanagement

79.717 €

66.214 €

55.149 €

Techn. Forschung & Entwicklung

66.531 €

53.833 €

45.500 €

E-Technik Ingenieure

62.600 €

51.081 €

42.149 €

Ingenieure in der Konstruktion

58.957 €

46.660 €

39.534 €

Ing. in der Projektabwicklung

68.237 €

54.600 €

45.500 €

Produktionsplanung

55.791 €

44.959 €

35.389 €

Monteur

31.549 €

25.200 €

23.707 €


Die Spannbreite der Gehälter innerhalb der einzelnen Funktionen ist groß und variiert nicht nur nach dem Verhandlungsgeschick des Kandidaten, sondern auch nach Unternehmensgröße und Region. Großkonzerne überflügeln dabei naturgemäß den Mittelstand – in Geschäftsführerpositionen fast um das Doppelte. Auf der Ingenieursebene gleichen sich kleine und große Unternehmen mehr an – große Unternehmen zahlen ca. ein Drittel mehr. Bei den deutschen Großstädten liegen Frankfurt (18 Prozent über dem Bundesdurchschnitt) und München (15 Prozent) vorn. Das Schlusslicht bilden Dresden und Leipzig mit Gehältern um 11 beziehungsweise 17 Prozent unter dem Durchschnitt. Dieses Städte-Ranking hat das auf Vergütungsthemen spezialisierte Beratungsunternehmen Personalmarkt auf der Grundlage von über 100.000 aktuellen Gehaltsdaten aus deutschen Großstädten ermittelt. Insgesamt verfügt Personalmarkt über 280.000 Datensätze. Für die oben stehende Tabelle wurden 6358 Datensätze speziell aus der Elektronikbranche ausgewertet.