"Trendence"-Report Automobiler rasen anderen Arbeitgebern davon

Futuristisch beleuchtet ist die Front der Konzeptfahrzeugs F 015.
Der Aufsteiger des Jahres ist Daimler/Mercedes-Benz. Das Unternehmen schafft es erstmals in die Top 5 der attraktivsten Arbeitgeber.

Erstmals stehen fünf Automobilhersteller an der Spitze des "Trendence"-Rankings der beliebtesten Arbeitgeber deutscher Absolventen. Wo gehen junge Ingenieure am liebsten hin?

Der Aufsteiger des Jahres ist Daimler/Mercedes-Benz. Das Unternehmen schafft es erstmals in die Top 5 der attraktivsten Arbeitgeber.

BMW festigt seinen Platz als beliebtester Arbeitgeber der Wirtschaftswissenschaftler. Audi baut seine Spitzenposition bei den Ingenieuren aus.

Das ist eines der Ergebnisse des Graduate Barometers, das das trendence Institut unter rund 40.000 abschlussnahen Studierenden in Deutschland durchführt.

"Daimler überzeugt die Bewerber in diesem Jahr mit seiner Präsenz auf dem Campus, begleitet von neuen Karriereanzeigen und einer neuen Karrierewebsite, die den Absolventen ein ansprechendes Bild vom Arbeitgeber vermitteln", so trendence-Geschäftsführer Holger Koch.

Volkswagen hingegen verliere als einziger der Top-Automobil-Arbeitgeber einen Platz im Ranking. "Ein Grund dafür ist sicherlich die Ankündigung massiver Sparprogramme durch die Unternehmensleitung", so Koch. "Das kratzt etwas am positiven Arbeitgeberimage."

Die Konsumgüterindustrie kann wieder mehr Wirtschaftsabsolventen von sich als Arbeitgeber überzeugen, nachdem die Branche in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Attraktivität verloren hat.

Haribo landet als höchster Neueinsteiger auf Rang 36. Auch die Sportartikelhersteller adidas und Nike steigen in der Gunst der Bewerber.

Dem Technologiekonzern Siemens gelingt das in diesem Jahr nicht. Wollten sich 2014 noch 5,6 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler bei Siemens bewerben, sind es in diesem Jahr nur noch 4,0 Prozent. Das Unternehmen fällt aus den Top 10 der beliebtesten Arbeitgeber auf Platz 13.

Immer weniger angehende Ingenieure sehen ihre berufliche Zukunft in der Luftfahrtindustrie. 2014 wollten 7,5 Prozent der Ingenieure bei der Airbus Group arbeiten, in diesem Jahr sind es nur noch 5,0 Prozent.

Lufthansa Technik konnte im vergangenen Jahr 6,5 Prozent der Absolventen von sich überzeugen, in diesem Jahr jedoch nur 5,3 Prozent. Damit überholt Lufthansa Technik zwar die Airbus Group im Ranking, aber beiden Positionen liegen deutlich weniger Bewerberstimmen zugrunde als 2014.

Davon profitiert die Bosch Gruppe. Sie gewinnt am deutlichsten in der Gunst der Ingenieure und festigt Rang 7.

Unternehmenskultur muss passen

Der großen Mehrheit der Studierenden ist es wichtig, dass ihr künftiger Arbeitgeber zu ihnen passt. Wenn ihnen die Unternehmenskultur nicht gefällt, würden rund zwei Drittel einen Job ausschlagen.

Andersherum würden rund zwei Drittel auf Gehalt verzichten, wenn ihnen die Kultur des Unternehmens sympathisch ist.

Jedoch vermisst die Hälfte der Studierenden glaubwürdige Informationen zur Kultur der Arbeitgeber. "Unternehmen vergeben wertvolle Chancen im Wettbewerb um die Gunst der besten Absolventen, wenn sie ihre Kultur nicht überzeugend vorstellen", so Holger Koch. "Arbeitgeber müssen sich in Zukunft noch stärker damit befassen, welcher Typ Bewerber gut zu ihnen passt und ihn richtig ansprechen."

Die Absolventenstudie "trendence Graduate Barometer" beragt rund 40.000 Teilnehmer in den Fächergruppen Business, Engineering, IT und Recht und wird seit 1999 jährlich als Barometerstudie durchgeführt. Der Erhebungszeitraum war von September 2014 bis Februar 2015.

Die kompletten Rankings und weitere Informationen gibt es bei Trendence.