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Zukunft der Arbeit

»Wir sollten aufhören zu wimmern!«

10. November 2016, 13:42 Uhr   |  Corinne Schindlbeck


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Panikmache oder ernste Gefahr?

Der ZVEI sieht sich gut aufgestellt: Man habe einen Wettbewerbsvorteil durch das Deutschland-eigene Duale Ausbildungssystem,  durch anwendungsorientiert ausgebildete Ingenieure und eine »hervorragende Forschung«, sagt Karlheinz Müller. Und man sei seiner Zeit  schon 2008 voraus gewesen, als der Ausbildungsberuf des Produktionstechnologen geschaffen worden sei, »heute würde man sagen Industrie 4.0-Technologe«.

In diesem Berufsbild seien die Technologienentwicklungen im Metall-, Elektro- und IT-Bereich eingebunden. Und auch die Studiengänge veränderten sich in dieser Weise. Viel mehr Druck und Herausforderung  sieht Müller in den Unternehmen selbst: »Die Transformation des Physischen in das Virtuelle ist Aufgabe von Facharbeitern und Ingenieuren, es wird ja nicht etwa von einer extra IT-Abteilung ‚digitalisiert‘«.

Arnt Stumpf, Senior Executive HR bei Würth Elektronik eiSos warnt ebenfalls vor zu viel fachlicher Fixierung: »Wir fertigen weltweit, der Prozess der Verdrängung und der Umsteuerung  ist doch schon lange im Gange.« Würth Elektronik sehe es viel mehr als seine Aufgabe, Mitarbeiter im ‚Flow‘ zu halten, statt ins Jammertal abgleiten zu lassen.

Das hätte Moderator Meidel gerne konkreter. Stumpf kontert: »Konkret: Es geht um das Bewusstsein, für was man als Mitarbeiter brennt«.

Change-Prozesse kämen bei vielen Unternehmen viel zu kurz: Die Mitarbeiter einzubinden und mitzunehmen, und dadurch Schub zu gewinnen. Statt angstvoll darauf zu warten was womöglich passiere, sollte man sich lieber in solch eine aktive Rolle begeben.

Denn, ist Stumpf sich sicher, »solange wir konstruktiv mitgestalten, werden wir am Ruder bleiben. Das können wir uns bei den Asiaten abschauen. Wenn wir es schaffen, den richtigen Mitarbeiter an die richtige Position zu setzen, dort wo er Spaß hat, wird er Erfolg haben. Ich will die, die für etwas brennen, denn die treiben uns voran!«

Geschäftsführer Andreas Frank von Frank electronic sieht das ganz ähnlich wie Arnt Stumpf: »Wir können unsere Älteren doch nicht einfach in Rente schicken! Da sind Verbände, Firmen und Hochschulen gleichermaßen gefragt!« Auch Frank electronic sei es gewohnt, sich an Technologiesprünge anzupassen und nennt als Beispiel den Wandel zu LED-Technik. »Die Anforderungen ändern sich laufend und auch enorm schnell mit jeder Technologie.« Man reagiere darauf mit der Weiterbildung entwicklungsfähiger und motivierter Mitarbeiter. »Wir finden mit einer Potenzialanalyse und Eignungsmatrizen heraus, in welchem Bereich dieser gut sein kann und verfolgen das dann gezielt«.
 

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