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Zukunft der Arbeit

»Wir sollten aufhören zu wimmern!«

10. November 2016, 13:42 Uhr   |  Corinne Schindlbeck


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Automobilindustrie oder lieber Maker-Markt?

Georg Steinberger, VP Communications bei Avnet Electronics und Vorsitzender FBDI & DMASS setzt noch einen drauf und empfiehlt Ingenieuren zu überlegen, ob man überhaupt noch in die Automobilindustrie gehen sollte oder nicht zum Beispiel in den Maker-Markt. »Lieber dort Ideen zusammen mit Gleichgesinnten umsetzen als in großen, verkrusteten Industrien, die vielleicht schon in zehn Jahren am Abgrund stehen«.

Denn wer wisse schon, ob die jüngeren Generationen überhaupt noch für das eigene Auto zu begeistern sein werden. Gleichzeitig mahnt er zum Aufbruch: »Wir sollten aufhören zu ‚wimmern‘ über Energiewende und die schlimmen Folgen für die Industrie, sondern sollten die Gelegenheit an den Hörnern packen und lieber die Chancen daraus nutzen!« 

Hochschulen sind sich dieser Herausforderungen sehr wohl bewusst, daraus erwachsende interdisziplinäre Studiengänge zwischen Mechanik, IT und Elektronik liegen im Trend. Von der Hochschule kommt aber nur die Minderheit einer Belegschaft, weiß Karlheinz Müller, Mitglied des ZVEI-Ausschusses Berufsbildung und Mitglied der Plattform Industrie 4.0 nur zu gut. Die größere Aufgabe sei es, die traditionelle Belegschaft agil und wendig je nach Markterfordernis weiterzuentwickeln.

Zum Beispiel Maschinenbauingenieure, die auf einmal elektrische Antriebe konstruieren sollen. »Der weiß gar nicht, wie das geht!« sagt Automotive-Kenner Köhler und fordert: »Wir müssen mehr tun, mehr denn je!« Denn aus der Praxis weiß er, dass die Flexibilität vieler Unternehmen hinsichtlich möglicher fachlicher Kompetenzentwicklung gering ist: »Unsere Kunden fordern 100-prozentige Passung neuer Mitarbeiter.«

Moderator Bernd Meidel wirft mit Blick auf die zu Ende gegangene ARD-Themenwoche »Zukunft der Arbeit« und ihrem »Job-Futuromat« ein, dass Berufe wie Kommunikationstechniker, Gebäudetechniker, Elektroniker  oder Maschinen – und Antriebstechniker heute schon »zwischen 75 bis zu 100 Prozent von Maschinen übernehmbar« seien. Panikmache oder ernste Gefahr?

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