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Arbeitsmarkt für Elektroingenieure

Wann springt der Jobmotor wieder an?

17. Juni 2020, 13:10 Uhr   |  Corinne Schindlbeck


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Also Land in Sicht?

Also Land in Sicht? Sofern diese nicht unmittelbare Bedeutung für das Geschäft haben, stehen Unternehmen bei Neueinstellungen weiterhin auf der Bremse. Und schichten lieber um auf Arbeitnehmerüberlassung und Freelancer, wie Katharina Hain, Senior Department Manager Recruitment Management bei Hays, aktuell berichtet. Das Unternehmen vermittelt Ingenieure in Festanstellung, Arbeitnehmerüberlassung oder als Freelancer. Auch wenn sich die Anzeichen gerade mehren, dass das Schlimmste überstanden ist: »Vor allem im Bereich Produktion, Fertigung und technischer Einkauf ist die Nachfrage nach Ingenieuren gerade rückläufig, wenngleich weiterhin vorhanden«, erklärt sie.

Die Kunden wünschten aktuell vor allem flexible Vertragsformen, um ihren Bedarf während des Hiring Freeze abzudecken, vor allem im Bereich Softwareentwicklung und Hardware/Steuergeräte. Auch in der Automobilindustrie würden so die großen Zukunftsthemen im Auto wie C.A.S.E. (connected, autonom, shared und elektrifiziert) trotz Einstellungsstopps weiterhin vorangetrieben, »teils direkt vor Ort oder auch in Werkverträgen«, erklärt Hain. Auch im Bereich elektrische Mess-, Steuer- und Regelungstechnik im Maschinen- und Anlagenbau hätten die Hays-Ingenieure »weiterhin gute Chancen.« Grund sei der Innovationsdruck: Wo immer möglich, würden Entwicklungen nicht gestoppt, sondern darin investiert, allen voran in IT-Projekte wie Netzwerkinfrastruktur- und Cloudlösungen, so Hain.

Sie rechnet sogar mit einem weiteren Nachfrageanstieg nach Experten in diesen flexiblen Beschäftigungsformen, auch weil viele festangestellte Ingenieure einen Karriereschritt mit Arbeitgeberwechsel gerade hinten anstellen und eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage abwarten würden.

Das zeigen auch die Zahlen: Im ersten Full-Lockdown-Monat April hatte Hays im Ingenieurwesen 7,1 % Direktbesetzungen vorgenommen, 45,5 % Spezialisten in Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) angestellt und 47,4 % Freiberufler in Projekte vermittelt, »vorrangig in der elektrotechnischen Industrie und im Automotive«, berichtet Hain. Neu registrierte Stellen kamen zu mehr als einem Drittel allein aus dem Ingenieurbereich, davon zu mehr als Dreiviertel aus den flexiblen Vertragsformen, hierbei zu einem Großteil aus dem Bau- sowie aus dem Entwicklungsbereich, wie z.B. E/E-Systeme oder auch klassische Konstruktion oder der Versuch/Test-Bereich. Die gegenläufige Entwicklung, dass Kunden ANÜ-Kräfte abmelden, um Kosten zu sparen, registrierte Hays freilich auch.

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1. Wann springt der Jobmotor wieder an?
2. Also Land in Sicht?
3. Es wird weiterhin eingestellt - aber auch ausgedünnt
4. Und der Nachwuchs?

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