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Stellenanzeigen: Bonjour Tristesse

22. Januar 2008, 09:01 Uhr   |  Christine Demmer, Markt&Technik


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

Jugend-Jargon passt nicht zu jedem Unternehmen<br />

Jugend-Jargon passt nicht zu jedem Unternehmen
Bei aller Ermutigung zu ungewöhnlicher, ehrlicher und aussagekräftiger Sprache dürften die Anzeigentexter nach Ansicht von Gerhard Winkler eines jedoch nicht machen: In den Jargon der Jugend zu fallen. Zwar schreite die lockere Bewerberanrede mit »Du« immer weiter voran, dennoch - da ist er ganz bei Beraterin Kehmeier - würde der IKEA-Stil nicht zu jedem Unternehmen passen. Aber zu viel mehr, als sich das heute trauen - und ganz besonders zu Technikfirmen.

Den richtigen Ton träfen die Personaler, wenn sie sich auf den Webseiten von Start-ups, in den Fachforen und bei Kommunikationsplattformen wie Xing einlesen und die dort übliche Sprache, freilich stets im Einklang mit dem eigenen Unternehmen, adaptieren würden. »Besonders die Erstbewerber wollen das so«, versichert Winkler, »die finden das wahnsinnig toll, weil das die Distanz zwischen dem Bewerber und dem potenziellen Arbeitgeber verringert.«

Der Berliner zuckt deshalb nicht mehr jedes Mal zusammen, wenn ihm ein Angebote sondierender Uniabsolvent eine Anzeige vorlegt, deren Vokabular unmittelbar der gymnasialen Oberstufe entlehnt zu sein scheint: »Ich habe zehn Jahre lang unerschütterlich die ‘Sie’-Ansprache gepflegt. Aber jetzt knackt auch bei mir das Eis.« Christine Demmer

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1. Stellenanzeigen: Bonjour Tristesse
2. Unternehmen sind teilweise selbst Schuld<br />
3. Wandel vom Bewerbermarkt zum Werbermarkt
4. Jugend-Jargon passt nicht zu jedem Unternehmen<br />

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