Schwerpunkte

Stellenanzeigen: Bonjour Tristesse

22. Januar 2008, 09:01 Uhr   |  Christine Demmer, Markt&Technik


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Wandel vom Bewerbermarkt zum Werbermarkt

Wandel vom Bewerbermarkt zum Werbermarkt
Schluss mit lustig. Margrit Kehmeier, HR-Kommunikationsberaterin aus Düsseldorf, wird nicht müde, es ihrer Klientel immer wieder zuzurufen: »Wir haben heute durch den Fachkräftemangel einen Wandel vom Bewerbermarkt zum Werbermarkt. Dabei ist die Stellenanzeige ein wichtiger Baustein. Die Kernbotschaften des Unternehmens müssen stimmen und nachvollziehbar sein. Denn die Kandidaten informieren sich ganz genau über die Unternehmen. Also: Nicht das große Wachstum in der Stellenanzeige publizieren, wenn die Presse einen Umsatzrückgang meldet.«

Gerhard Winker, Bewerberberater bei der Jova-Nova GmbH in Berlin, stimmt dem zu, geht aber noch ein Stück weiter. Wie Frank Lambert fordert er die Abkehr vom textualen Einheitsbrei: »Die meisten Stellenanzeigen sind gnadenlos öde und langweilig. Nun ja, Personaler sind in der Regel keine Meister des Wortes. Aber die dröge Formelsprache lockt auch kein High Potential an. Und nur darum geht es doch.«

Oder geht es, wie der Jobs in Time-Chef mutmaßt, zuvörderst um die Eigeninteressen der händeringend um Tickets für Neueinstellungen kämpfenden Führungskräfte? »Um eine Ausschreibung gegenüber den höheren Ebenen zu rechtfertigen und die Freigabe dafür zu bekommen, wird die Stelle oft vollmundig aufgehübscht und mit schicken Begriffen poliert«, meint Lambert. »Das heißt dann im Klartext: Seht her, was der oder die Neue alles wissen und können muss, damit wir unsere Aufgaben erledigen können.« Danach wäre jeder Personaler gut beraten, die vorgelegten Wunschprofile auf diesen Aspekt hin abzuklopfen.

Seite 3 von 4

1. Stellenanzeigen: Bonjour Tristesse
2. Unternehmen sind teilweise selbst Schuld<br />
3. Wandel vom Bewerbermarkt zum Werbermarkt
4. Jugend-Jargon passt nicht zu jedem Unternehmen<br />

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen