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Hardwareentwicklung soll so einfach werden wie die von Software

16. April 2020, 11:59 Uhr   |  Corinne Schindlbeck


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Der Flaschenhals Hardwareentwicklung

Warum bezeichnen Sie die Hardwareentwicklung als Flaschenhals?
In der Softwareentwicklung hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan. Wir haben uns von Wasserfall-Entwicklungen und halbjährigen Produktversionen hin zu agiler Entwicklung und kontinuierlichen Verbesserungen bewegt. Die Hardwareentwicklung lebt noch sehr stark im lange erprobten V-Diagramm, das einen schrittweisen Entwicklungsplan modelliert. Das führt dazu, dass die Geschwindigkeit in der Softwareentwicklung der Hardware immer weiter enteilt. Die aktuellen Trends einer immer vernetzteren Welt sprechen aber eine klare Sprache – es wird mehr Hardware- und Software-Produkte geben als je zuvor. Durch die Handbremse, die die Hardware anzieht, wird diese zunehmend zum Flaschenhals für technische Innovation.

Sie haben soeben eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Was ändert das jetzt?
Bisher konnten wir uns gut aus den Umsätzen selbst finanzieren und auf zwölf Festangestellte und weitere sechs Mitarbeiter wachsen. Für die Transformation in Richtung eines eigenen Produktes haben wir uns jedoch nun für die schnellere Variante des anorganischen Wachstums entschieden, was einen höheren Kapitalbedarf nach sich zieht, als wir parallel erwirtschaften können. Wir sind stolz, dass wir in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde mit Unterstützung von Cherry Ventures und La Famiglia über 2 Millionen Euro aufgebracht haben und können darüber hinaus Hanno Renner, den CEO und Mitbegründer von Personio als unseren ersten Business Angel in der Luminovo-Familie willkommen heißen. Außerdem freuen wir uns weiterhin über die Unterstützung von Sebastian Schuon, Mitbegründer von Alasco & Stylight, der seit dem ersten Tag dabei ist. Die neuen Mittel werden in erster Linie dazu verwendet werden, die Entwicklung neuer Produkte in der Elektronikindustrie voranzutreiben und Schlüsselpositionen für unsere neue Reise zu besetzen.

Warum hatten Sie bislang Angebote von Corporate-Venture-Abteilungen abgelehnt?
Corporate-Venture-Abteilungen können sehr spannend sein, wenn man die dahinterstehende Firma als Multiplikator sieht und damit einen verbesserten Marktzugang erhält. Wenn die Firma aber nur einen von vielen Kunden darstellt, kann es oft bei neuen Kunden, die in direkter Konkurrenz stehen, einen faden Beigeschmack hinterlassen.
Unabhängige Risikokapitalgeber haben oft eine noch engere Verdrahtung in die Startup-Welt hinein und können dadurch wertvolle strategische Einblicke liefern. Dazu stehen hinter den Fonds oft Vorstände von führenden Firmen aus der Industrie, die über den persönlichen Kontakt, und damit deutlich unverfänglicher, Türen öffnen können.
Wenn ich mit zwei Fonds gleichzeitig arbeiten könnte, würde ich mich für einen klassischen, etablierten Risikokapitalgeber entscheiden, der schon einige schnelle wachsende Firmen begleitet hat, und einen zweiten mit starkem Zugang zur Industrie.

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1. Hardwareentwicklung soll so einfach werden wie die von Software
2. Mit Infineon hat Luminovo ein Projekt abgeschlossen
3. Der Flaschenhals Hardwareentwicklung
4. Der Einfluss von Corona

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