Schwerpunkte

Arbeitsmarkt Embedded Systems 

»Es ist sehr schwer, in Europa C++-Entwickler zu gewinnen«

19. Februar 2021, 13:25 Uhr   |  Corinne Schindlbeck


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Personalberater haben gut zu tun, Embedded-Spezialisten für ihre Kunden zu finden

Laut dem eigenen Hays-Fachkräfteindex für das 4. Quartal 2020 – einer Auswertung der wichtigsten Stellenmärkte print und online – sei die Nachfrage nach Entwicklungsingenieuren zuletzt wieder gestiegen. Im Bereich Embedded Software habe es nur im März während des ersten Lockdowns »tatsächlich einen kleinen Nachfrage-Einbruch gegeben«, die Nachfrage sei aber danach »Monat für Monat wieder angestiegen«, so Hain, »die gewohnten, leichten saisonalen Schwankungen mit einbezogen«.

Zum zweiten, harten Lockdown im November habe es aber keinen Einbruch mehr in der Nachfrage gegeben. Besonders in den Monaten März und November habe sich aber die Beschäftigungsbereitschaft leicht zugunsten von Freelancern statt Arbeitnehmerüberlassung verschoben, »etwa 60 zu 40 Prozent«, so Hain. »Auch der Januar lässt bis jetzt einen leichten Trend zu den Freelancern erkennen«, so Hain. 

Personalberater haben gut zu tun, Embedded-Spezialisten für ihre Kunden zu finden. Der Arbeitsmarkt für Embedded-Ingenieure sei »gut, die Nachfrage stabil auf einem guten bis hohen Niveau«, erklärt Personalberater Thomas Hegger von Hegger, Riemann&Partner. Bedingt durch Corona hätten Unternehmen ihre Einstellungen im Frühjahr und im Sommer 2020 zurückgestellt, ab dem Herbst aber wieder Stellen ausgeschrieben. Und »es gab Branchen, die auch in der Corona-Krise weiter eingestellt haben«.

Die Personalplanung für 2021 sei zwar oftmals noch sehr zurückhaltend, doch »wir hören aus Gesprächen mit Unternehmen, dass die Personalbudgets für 2021 bereits jetzt nach oben angepasst werden, da zurückgestellte Projekte vorgezogen werden«. 
Offene Stellen im Bereich Embedded gibt es vor allem auch für den Einsatz im Vertrieb, wie Sebastian Basedow, Senior Consultant bei Schuh-Eder Consulting, erklärt. Spezialisten seien hier nämlich besonders rar gesät. »Im Bereich IoT, Vernetzung, Robotik oder Automatisierung funktioniert Vertrieb nicht »von der Stange«, erklärt er, denn »es geht darum, das Gesamtsystem im Blick zu haben«. Die komplexen und technisch anspruchsvollen Produkt- und Systemlösungen verlangten qualifizierte Ingenieure, »die zum einen den Sachverhalt verstehen, zeitgleich aber auch in der Lage sind, sowohl in Kommunikation und auch im Projekt- und Schnittstellenmanagement zu überzeugen«. 

Das bedeutet, dass von den Kunden nicht nur ein fundierter theoretischer Hintergrund als Elektroingenieur gefordert sei, sondern auch Erfahrung im lösungsorientierten Projektvertrieb, »vorzugsweise aus den Bereichen industrielle Displaylösungen, Panel-PCs, Embedded Systems und -Boards und im IPC-Marktumfeld«, so Basedow. Plus verhandlungssichere Englischkenntnisse, ergänzt durch Softskills je nach Unternehmen und kultureller Herkunft des Arbeitgebers, Teamfähigkeit und gängige IT-Anwendungen wie CRM, SAP und Microsoft Office. 

Gibt es so was wie einen Musterkandidaten für den technisch anspruchsvollen Vertrieb? »Idealerweise ist der zukünftige Stelleninhaber Ingenieur, hat in der Entwicklung begonnen, ist danach ins Projektmanagement gewechselt, hat anschließend Spaß am Vertrieb gefunden und ist hier bereits erfolgreich tätig«, erklärt Basedow das Wunschprofil. Mit dem entsprechendem Drive und ohne Scheu vor der Neukunden-Akquise. »Man muss Marktpotenziale identifizieren und Strategien zu deren Erschließung ausarbeiten.«

Mit Klinkenputzen habe das Neukundengeschäft übrigens nichts zu tun, versichert der Berater. »Sie können nur erfolgreich sein, wenn Ihre Strategie und die technische Lösung im Einklang ist.« Eine anspruchsvolle Aufgabe in Zukunftsmärkten wie Automation, Food, Medical, Transportation oder Baumaschinen - »langweilig kann es hier definitiv nicht werden!«, so Basedow. 

Technisch anspruchsvoller Vertrieb wird gut bezahlt. Basedow: »Der Benchmark für ein entsprechendes Profil mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung weist ein Zielgehalt von ca. 110.000 Euro auf. Dabei sind 80 Prozent fix und 20 Prozent variabel. Ein Firmen-PKW zur privaten Nutzung und üblicherweise Homeoffice sind ergänzende Pluspunkte.« 

Seite 2 von 3

1. »Es ist sehr schwer, in Europa C++-Entwickler zu gewinnen«
2. Personalberater haben gut zu tun, Embedded-Spezialisten für ihre Kunden zu finden
3. 'No limits' beim Stellenwechsel

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Hays AG, VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V., Schuh-Eder Consulting