Schwerpunkte

Hardwarebasierter Sicherheitsprozessor

Vertrauen und Sicherheit für das IoT der Zukunft

26. Mai 2021, 09:53 Uhr   |  Von Florian Schreiner


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Absicherung neuer IoT-Geschäftsmodelle

Die hohe Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit des TPMs unterstützt die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle. Zum Beispiel arbeiten Unternehmen im Automobilbereich an Fahrzeugladestationen mit einer Plug-and-Charge-Funktion, die ein sofortiges Aufladen nach ISO 15118 ohne eine Authentifizierung mit einer Ladekarte ermöglicht – hier schützt das TPM die Authentifizierung des Fahrzeugs für den Bezahlvorgang. Darüber hinaus ermöglicht der Sicherheitsprozessor die sichere Durchführung von dezentralen Updates sowie die Aktivierung zusätzlicher Funktionen. Er sorgt dafür, dass sich nur verifizierte Geräte mit dem System verbinden und dass neuer Code oder Systemänderungen von einer vertrauenswürdigen Quelle stammen.

OPTIGA TPM-Familie ermöglicht Trusted Computing

Auch die leistungsstarke OPTIGA-Familie (Bild 3) von Infineon setzt auf den neuen TPM-2.0-Standard. Die Sicherheitsprozessoren sind TCG-zertifiziert und durch ihre Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit für den Einsatz in der Industrie geeignet, zum Beispiel für speicherprogrammierbare Steuerungen in Automotive- und Smart-Factory-Anwendungen.

 Das OPTIGA TPM von Infineon
© Infineon Technologies

Bild 3: Das OPTIGA TPM von Infineon

Als dedizierte Sicherheitskomponente bietet das OPTIGA-TPM eine komplett separate Umgebung zur Ausführung von kryptografischen Algorithmen und umfasst fortschrittliche Gegenmaßnahmen gegen logische und physische Angriffe. Besonders Industriegeräte mit langen Produktlebenszyklen profitieren von den Gegenmaßnahmen und der hohen Sicherheit, die in den TPM-Bauteilen integriert sind.

Um eine einfache Systemintegration zu ermöglichen, unterstützt die OPTIGA-TPM-Familie handelsübliche und Open-Source-Plattformen. Die Produktfamilie implementiert standardisierte Funktionen auf Basis von ISO/IEC 11889 und bietet eine Vielzahl von Schnittstellenprotokollen. Dadurch können die TPMs direkt mit den I/O-Pins des Boards, beispielsweise dem Raspberry Pi-Board, verbunden werden, entweder über I2C oder SPI. Anschließend erfolgt die Softwareintegration über verschiedene APIs und Funktionen, die von handelsüb- licher und Open-Source-Software implementiert werden.

Ein Beispiel hierfür ist die Integration der TPM-Treiber von Infineon, die im Standard-Linux-Kernel enthalten sind und den Integrationsaufwand für viele Industrie- und Embedded-Geräte deutlich reduzieren. Darüber hinaus sind moderne Algorithmen mit höherer Langzeitsicherheit integriert, die die Betriebseffizienz innerhalb ressourcenbeschränkter Geräte erhöhen. Mit der OPTIGA TPM-Familie steht Ingenieuren und Entwicklern von IoT-Geräten somit eine vielseitige und hocheffiziente Lösung zur Verfügung, die die Sicherheit in Embedded-Systemen erhöht.

Der Autor

Florian-Schreiner von Infineon
© Infineon Technologies

Florian-Schreiner von Infineon.

Dr. Florian Schreiner

erhielt seinen Dipl.-Ing. und seine Promotion an der Technischen Universität München am Lehrstuhl für Elektrotechnik. Bei Infineon ist er Systemarchitekt und Projektmanager für Platform Security innerhalb der Connected Secure Systems Division. Er arbeitet an Sicherheitsfortschritten und -Konzepten für Trusted-Computing-Technologien in Embedded- und IoT-Systemen. Schreiner ist Mitglied der TCG und beteiligt sich an deren Standardisierungsaktivitäten.

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