Medienberichte US-Investor angeblich an Renesas interessiert

Medienberichten zufolge will die US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft KKR für 1,3 Milliarden Euro bei Renesas einsteigen. Auf das Unternehmen könnte dadurch ein deutlich härterer Sanierungskurs als bisher zukommen, denn KKR ist kein Unbekannter in der Halbleiter-Industrie.

Wie etwa das japanische Wirtschaftsmagazin Nikkei oder die Nachrichtenagentur Reuters berichten, plant die Beteiligungsgesellschaft KKR (Kohlberg Kravis Roberts) für 100 Milliarden Yen bzw. 1,3 Mrd. Dollar bei Renesas einzusteigen. Die Medienberichte beziehen sich auf nicht näher genannte Quellen.

Während von KKR noch keine Stellungnahme vorliegt hat Renesas auf seiner Website bereits verlauten lassen, dass diese Äußerungen nicht aus dem eigenen Unternehmen stammen. Immerhin reichte die Meldung über die geplante Beteiligung aus, dass der Aktienkurs von Renesas um 35 Prozent nach oben schnellte.

Den Berichten zufolge würde KKR nach dem Investment einen Anteil von über 50 Prozent an Renesas halten und könnte somit auch Entscheidungen im Unternehmen treffen. So wird vermutet, dass nach einem Einstieg von KKR der Restrukturierungsprozess bei Renesas deutlich schneller als bisher ablaufen würde. Den Berichten zufolge waren KKR-Vertreter nach Tokio gereist, um mit den größten Renesas-Anteilsinhabern NEC, Hitachi und Mitsubishi zu verhandeln. Zusammen halten die Konzerne rund 90 Prozent an Renesas, das Unternehmen ist daher fest in japanischer Hand.

Wie man einen Halbleiterhersteller umstrukturiert dürfte KKR gut wissen: 2006 hatte die Gesellschaft zusammen mit zwei Partnern den niederländischen Chip-Hersteller NXP übernommen und harte Einschnitte vorgenommen. So wurde zum Beispiel die NXP-Fab in Böblingen geschlossen. 2006 wollte KKR außerdem zusammen mit Partnern Freescale übernehmen, konnte sich jedoch nicht durchsetzen.

Renesas befindet sich derzeit in einer schwierigen Phase. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnete der Chip-Hersteller einen Verlust von 574 Mio. Euro, im Jahr davor waren es über 1 Milliarde Euro. Im Laufe des Jahres reagierte das Unternehmen bereits mit der Bekanntgabe eines umfangreichen Stellenabbaus, dem Verkauf von Fabs sowie der Fertigungsauslagerung von Mikrocontrollern an TSMC.