Galliumnitrid auf Silizium Start-up errichtet Fertigung in Dresden

Das Magdeburger Start-up Azzurro Semiconductors errichtet in Dresden ein Werk für die Fertigung von Galliumnitrid-beschichteten Wafern. Diese Wafer werden für die Fertigung von LEDs oder für die Leistungselektronik benötigt.

Für das neue Werk, das gerade eingerichtet wird, will Azzurro insgesamt 19 Millionen Euro investieren. 3,9 Millionen Euro steuert das Land Sachsen bei. Die Fertigungslinie soll bereits im ersten Quartal 2012 den Betrieb aufnehmen.

Azzurro ist im Jahr 2003 als Ausgründung aus der Otto von Guericke Universität Magdeburg entstanden. Das Unternehmen hat derzeit 35 Mitarbeiter, bis Ende des Jahres sollen es knapp 50 werden. Bis 2015 könnten es sogar 200 Mitarbeiter werden.

Azzurro hat ein eigenes Verfahren entwickelt, bei dem Galliumnitrid auf Siliziumwafer (GaN-on-Si) aufgetragen wird. Das Unternehmen ist derzeit in der Lage, 150-mm-Wafer und mit der neuen Fertigung in Dresden, auch 200-mm-Wafer herzustellen. Die Nachfrage für diese Wafer kommt derzeit etwa zur Hälfte aus der Leistungselektronik und aus der LED-Fertigung.

Der Markt für Leistungselektronik auf Basis von Galliumnitrid ist derzeit noch sehr klein. Die meisten Unternehmen forschen noch daran, planen jedoch in Zukunft, solche Bauelemente einzuführen. Die Wafer, die in Dresden hergestellt werden, gehen daher zum Großteil noch in die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Unternehmen. Mit der Dresdner Linie ist Azzurro aber auch in der Lage, einen steigenden Bedarf nach solchen Wafern entgegenzukommen.

In Europa gibt es derzeit nur noch das belgische Unternehmen EpiGaN, das ebenfalls mit Galliumnitrid beschichtete Siliziumwafer anbieten kann.