Syntacore RISC-V lernt fliegen

Übersicht der verschiedenen IP-Cores
Übersicht der verschiedenen IP-Cores

Alexander Redkin, CEO/CTO von Syntacore (Syntacore ist Gründungsmitglied der RISC-V Foundation), ist bekennender RISC-V-Enthusiast, er ist aber auch überzeugt, dass diverse Ankündigungen vom letzten Jahr zeigen, dass RISC-V den Weg zum Mainstream gerade anschlägt.

RISC-V ist eine qualitativ hochwertige, kostenfreie und offene Befehlsarchitektur für Prozessoren, und zwar auf Basis von 32, 64 und 128 bit. Jeder kann damit kompatible Prozessoren implementieren, wobei Kundenerweiterungen ebenfalls möglich sind. Das heißt, es sind sowohl proprietäre als auch Open-Source-Implementierungen möglich«, begeistert sich Redkin. Dass er bei Weitem nicht mehr der Einzige ist, der an RISC-V glaubt, zeigt zum Beispiel die Tatsache, dass die Anzahl der Mitglieder in der RISC-V Foundation, die erst Mitte 2015 aus der Taufe gehoben wurde, mittlerweile auf über 200 Unternehmen angestiegen ist. Darüber hinaus verweist er darauf, dass RISC-V von der Linley Group in ihrem Microprocessor Report als die beste Technologie von 2016 ausgezeichnet wurde.

Redkin weiter: »Außerdem haben einige wichtige Unternehmen Pläne für eine breite RISC-V-Nutzung offengelegt, sei es Microsemi, Nvidia, Western Digital oder Qualcomm.« Was ist bislang bekannt dazu? Qualcomm hat angekündigt, dass es Ende dieses Jahres die ersten hochvolumigen RISC-V-Produkte ausliefern wird; Western Digital will komplett auf RISC-V setzen, hat Ende 2019 seinen ersten RISC-V-Prozessor (SweRV) vorgestellt, eine Entwicklung, die dazu führen wird, dass RISC-V-Prozessoren bald in Millionen-Stückzahlen gefertigt werden; Nvidia hat bereits 2017 angekündigt, dass der Nachfolger seines selbst entwickelten Falcon (Fast Logic Con­troller, kam 2017 auf den Markt) auf RISC-V basieren soll. Verdrängt RISC-V ARM – zumindest zum Teil? Redkin: »Das ist nicht eindeutig klar, denn bislang wollen viele Firmen RISC-V nur in der Peripherie einsetzen und nicht als Hauptprozessor.«

Redkin weist darüber hinaus darauf hin, dass die RISC-V Foundation Ende letzten Jahres eine strategische Partnerschaft mit der Linux Foundation eingegangen ist, um die Open-Source-Entwicklung und Adaption der RISC-V-ISA (Instruction Set Architecture) zu beschleunigen. Langfristig positiv dürfte sich auch die Tatsache auswirken, dass mittlerweile über 100 Universitäten in den Bereichen Informatik und Elektrotechnik auf RISC-V setzen, denn bekanntermaßen nutzen fertige Ingenieure das, was sie in der Uni schon gelernt haben. Redkin: »Außerdem gibt es mittlerweile einige Programme auf nationaler Ebene, die auf RISC-V setzen: Indien, US DARPA, Israel, China und EU. Redkin weiter: »Die EU überlegt, ob sie RISC-V als Basis für ihr HPC-Programm nehmen soll. Hier ist aber noch keine endgültige Entscheidung gefallen.«