Syntacore RISC-V lernt fliegen

Was macht RISC-V möglich, was andere nicht können?

Aus Redkins Sicht verändert RISC-V den Markt in vielerlei Hinsicht. Zum einen sind damit erstmals Innovationen auf Prozessorniveau für viel mehr Firmen möglich, als dies bislang mit den bekannten Prozessorkernen von Intel oder ARM der Fall war, weil die Einstiegsbarrieren dank der Tatsache, dass RISC-V kostenlos verfügbar ist, deutlich niedriger sind. Zum anderen sei RISC-V von vornherein auf eine Erweiterbarkeit ausgelegt worden, wodurch die Entwickler die Prozessoren deutlich leichter optimieren können. Redkin erklärt mit Blick in die Zukunft: »Wenn in einem SoC mit einer Vielzahl von Prozessoren alle Cores auf einer ISA aufsetzen, dann sind holistische Modelle für heterogene Systeme möglich.« Für heutige heterogene SoC-Architekturen gebe es zwar Frameworks wie beispielsweise Open CL, aber die haben natürlich ihre Grenzen. Redkin: »Wenn alle Beschleuniger eine ISA haben, erleichtert sich die Programmierung deutlich und die Hardware könnte besser ausgenutzt werden.« Außerdem ließe sich dank der Erweiterbarkeit von RISC-V auch eine ISA-Level-Acceleration realisieren, wodurch der Flaschenhals wegfällt, der beim Datentransfer entsteht.

Syntacore hat seit Ende letzten Jahres vier RISC-V-IP-Cores in der Produktion: SCR1, SCR3, SCR4 und der SCR5, alle mit den dazugehörigen SDKs und Samples in Silizium. Der SCR1, der laut Redkin von der Rechenleistung vergleichbar mit einem Cortex-M0 oder -M3 ist, stellt Syntacore mittlerweile als Open-Source-Variante kostenlos zur Verfügung. Dabei müssen die Entwickler, die diesen Open-Source-Core nutzen, laut Redkin auch nicht auf eine Unterstützung seitens Syntacore verzichten. Redkin weiter: »Darüber hinaus bieten wir auch den Service spezialisierte CPU-IP-Cores zu entwickeln, wodurch die Rechenleistung der einzelnen Cores zum Teil um den Faktor 10 erhöht werden kann.«

Seit Anfang dieses Jahres sind noch drei neue Cores hinzugekommen, genau gesagt handelt es sich dabei um 64-bit-Derivate der SCR3-, SCR4- und SCR5-Cores. Die Rechenleistung der verschiedenen Cores ist in der Tabelle dargestellt.

Ganz neu stellt Syntacore jetzt auch den SCR7 zur Verfügung, der ausschließlich als 64-bit-Variante zur Verfügung steht. Redkin: »In der anfänglichen Konfiguration kann der Core bis zu zwei Befehle pro Zyklus dekodieren und weiterleiten. Der superskalare Prozessor kann bis zu vier Mikrooperationen in einer Out-of-Order-Ausführung erledigen. Der Prozessorkern kann auf Basis einer 28-nm-Prozesstechnik mit mehr als 1,2 GHz getaktet werden.«

Das für die Entwicklung zur Verfügung stehende SDK umfasst folgende Einheiten: eine Eclipse/Gcc-basierte Tool-Chain mit IDE. Eine Hardware-Plattform, die Standard-FPGAs von Intel und Xilinx unterstützen, plus kostengünstige JTAG-Tools von Drittunternehmen. An Software können die Entwickler auf Bootloader, diverse Betriebssysteme (Zephyr/FreeRTOS/Linux), Applikationsbeispiele, Tests und Benchmarks zurückgreifen.

Redkin abschließend: »Syntacore bietet mittlerweile acht Cores an, die auch in den unterschiedlichsten Konfigurationen auf einem Chip kombiniert werden können.«