Riesiger Quartalsverlust für Qimonda

Kein Quartal vergeht, in dem Qimonda nicht Produktion und Auslieferung seiner Speicher erhöht. Doch die DRAM-Preise fallen schneller. Mit ihnen stürzt der Verlust von Qimonda in immer tiefere Bereiche.

Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahrs erzielte Qimonda einen Umsatz von 513 Millionen Euro und einen Verlust von 590 Millionen Euro. Im vierten Quartal 2007 lag der Verlust noch bei 258 Millionen Euro.

Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorquartal von 711 Millionen Euro somit um 28 Prozent zurückgegangen, im Vergleich zum ersten Quartal 2007 sogar um 56 Prozent (1,17 Milliarden Euro). Der Gewinn lag damals bei 250 Millionen Euro.

Der Vorstandsvorsitzende von Qimonda, Kin Wah Loh, begründete den Gewinneinbruch in erster Linie mit dem starken Preisrückgang bei DRAMs, der allein innerhalb des letzten Quartals 40 Prozent betragen habe. Auch der schwache Dollar habe zu dem Ergebnis beigetragen.

Aufgrund dieses starken Rückgangs konnten auch Qimondas Gegenmaßnahmen den Gewinneinbruch nicht aufhalten. Dazu gehörten gestiegene Bit-Lieferungen, eine Reduzierung der Bit-Kosten um 20 Prozent sowie ein weiterer Umbau der Fertigung auf kleinere Strukturbreiten. Bis September 2008 will Qimonda die Fertigung fast vollständig auf Strukturbreiten von 80 bis 75 nm umstellen. Derzeit liegt der Anteil bei 50 Prozent.

Im ersten Quartal lieferte Qimonda 73 Prozent mehr Bits aus als im ersten Quartal 2007. Im selben Zeitraum sank der DRAM-Preis um 72 Prozent, der Dollar sank um etwa 10 Prozent. Zusätzlich kamen Kosten durch die Umstellung der Fertigung hinzu.

Zu den Kosteneinsparungsmaßnahmen gehörte auch die Kündigung der Auftragsfertigung von Infineon in Dresden. Angesichts der aktuellen  Situation werde Qimonda auch die Vereinbarungen mit weiteren Fertigungspartnern überprüfen, teilte das Unternehmen mit.

Im Geschäftsjahr 2008 soll die Bit-Produktion um weitere 30 bis 40 Prozent steigen. Der Produktionsbeginn in der neuen 300-mm-Fab in Singapur soll aufgeschoben werden, bis sich der DRAM-Preis stabilisiert hat. Insgesamt will Qimonda 400 bis 500 Millionen Euro Investitionen sparen. Unter anderem sollen auch rund 30 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung eingespart werden.

Qimonda erzielte 34 Prozent des Umsatzes in Nordamerika, 36 Prozent im Raum Asien/Pazifik, 17 Prozent in Europa und 13 Prozent in Japan.