Neue Kredite Renesas kann Luft holen

Der tief in die roten Zahlen geratene Chip-Hersteller Renesas bekommt von seinen Anteilseignern und Banken zwei Kredite in Höhe von rund 960 Mio. und 1,6 Mrd. Euro. Damit kann sich das japanische Unternehmen wieder etwas Luft verschaffen.

Der erste Kredit stammt zu fast gleichen Teilen von zwei Anteilseigner-Blöcken von Renesas. Zum einen gewähren NEC, Hitachi und Mitsubishi Electric einen Kredit von 49,5 Mrd. Yen (rund 490 Mio. Euro). 47,5 Mrd. Yen (rund 470 Mio. Euro) kommen von vier japanischen Banken. Zusammen sind das knapp 960 Mio. Euro.

Zusätzlich und unabhängig von diesem Kredit bekommt Renesas einen weiteren Kredit in Höhe von 161,1 Mrd. Yen (rund 1,59 Mrd. Euro). Dieser Kredit stammt von den gleichen vier Banken wie der kleinere Kredit, ist aber auf eine längere Laufzeit ausgelegt. Er solll dazu dienen, den kleineren Kredit zu refinanzieren.

Das Geld soll nun in die geplanten Maßnahmen wie den Stellenabbau oder die Neuordnung der Fertigung fließen. So will Renesas etwa Abfindungen für Mitarbeiter zahlen, die frühzeitig in Rente gehen. Für die Schließung oder den Verkauf der Fabs müssen Fertigungslinien verlagert werden. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Kosten zu reduzieren und somit profitabler werden.

Zuletzt hatte es Berichte gegeben, nach denen sowohl ein Konsortium um Toyota als auch der amerikanische Investor KKR bei Renesas einsteigen wollten. Dabei war von Summen von 1,5 Mrd. Euro bzw. von 1 Mrd. Euro die Rede. Mit dem Kredit kann sich Renesas nun etwas Luft verschaffen, um eigenständig und ohne äußeren Einfluss die notwendigen Maßnahmen umzusetzen.

Ob die Kredite dafür ausreichen, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Dass die Kredite von japanischen Banken und Konzernen stammen, macht auch einen möglichen Einstieg vom US-Investor KKR wieder unwahrscheinlicher. Renesas dürfte mit seinen Chips für die japanische Automobilindustrie derzeit kaum verzichtbar sein.