Schwerpunkte

Prozessorkonzept für Hörgeräte

13. August 2007, 13:38 Uhr   |  Marc Niklaus und Richard McClurg


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Prozessorkonzept für Hörgeräte

Die Eingangsstufe umfasst vier Eingangskanäle – zwei für Mikrofone sowie je einen für eine Induktionsspule und für Direkteinspeisung (DAI, Direct Audio Input) – sowie alle Funktionsblöcke zur Signalauswahl, Verstärkung, Anti- Alias-Filterung und Analog/Digital- Umsetzung. Für die Signalumsetzung wurden vier 16-bit-Sigma-Delta-A/DUmsetzer integiert, wobei sich zwei so miteinander koppeln lassen, dass der daraus resultierende Eingangskanal eine Signaldynamik von bis zu 110 dB zulässt. Für einen oder mehrere Kanäle ist eine Abtast-Verzögerung programmierbar, damit lassen sich Richtkeulen in der Empfangscharakteristik gezielt ausprägen, mit deren Hilfe der Anwender Schallquellen besser orten kann. Die Schnittstelle zwischen der Eingangsstufe und den Prozessorkernen bildet ein Input/Output-Controller (IOC). Dessen Zugriffe erfordern eine nur minimale Adressarithmetik, und dies wiederum vereinfacht im Gegenzug die Programmierung des gesamten Systems. Ein zweiter IOC reicht die bearbeiteten Daten an die Ausgangsstufe weiter. Diese übernimmt das Up- Sampling und verstärkt das Signal so weit, dass damit die Endstufe angesteuert werden kann. Die Ausgangsstufe lässt sich auf normale oder hohe Ausgangsleistung einstellen und treibt einen Schallwandler direkt, ohne dass dazu ein eigener Leistungsverstärker erforderlich ist. Für eine verzerrungsfreie Wiedergabe selbst bei höchster Ausgangsleistung ist die Ausgangsstufe mit einem eigenen Versorgungsstrang mit DC-Entkopplungsfiltern ausgestattet.

Internet-Links:

[1] AMI Semconductor, Inc. – www.amis.com

Marc Niklaus studierte am Engineering College of Geneva in der Schweiz und wurde dort zum BScEE graduiert. Seine berufliche Laufbahn begann er als Test-Ingenieur bei IBM in Toronto, später war er in Deutschland bei IBM Microelectronics im Vertrieb tätig. Anschließend wechselte er zu Xemics in der Schweiz, wo er zunächst die „Ultra Low Power“-Mikrocontroller und dann die „Wireless Transceiver“-Produktlinie des Unternehmens betreute. Anschließend war er drei Jahre lang Sales Account Manager beim Unternehmen Dspfactory. Mit der Übernahme des Unternehmens durch AMI Semiconductor im Jahr 2004 wechselte er auf die Position des Product Line Managers Medical and Wireless Applications.
marc_nicklaus@amis.com

Richard McClurg hat seinen MBA an der Wilfrid Laurier University in Waterloo (Ohio) erworben und seine berufliche Laufbahn bei NSK begonnen, einem Automobilzulieferer und Hersteller medizinischer Geräte und Industrie-Roboter. Danach war er in einer Unternehmensberatung mit dem Fokus auf technologieorientierte Unternehmen tätig. im Zuge der Akquisition von Dspfactory trat er im Jahr 2004 der AMI Semiconductor bei, wo er als Marketing Program Manager Medical and Wireless Products tätig ist.
richard_mcclurg@amis.com

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1. Prozessorkonzept für Hörgeräte
2. Prozessorkonzept für Hörgeräte
3. Vertrauen auf das Mooresche Gesetz
4. Signalaufnahme mit mehreren Mikrofonen

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