Schwerpunkte

Schlechte Skalierung, viel Wärme

Quadcore-Prozessoren bringen in Smartphones keinen Mehrwert

07. März 2012, 14:24 Uhr   |  Frank Riemenschneider


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Grafik und Hitzeentwicklung

Der Snapdragon MSM8960 schlägt bei der Grafikleistung im Benchmark nicht nur TIs OMAP 4, sondern etwas überraschend auch den Tegra-3 von Grafikspezialist Nvidia.
© Qualcomm

Bild 1. Der Snapdragon MSM8960 schlägt bei der Grafikleistung im Benchmark nicht nur TIs OMAP 4, sondern etwas überraschend auch den Tegra-3 von Grafikspezialist Nvidia.

Was noch überraschender erscheint, ist, dass Snapdragon mit der eigens entwickelten Adreno-225-GPU auch besser dasteht als Grafikspezialist Nvidia (Bild 1), zumal die High-End-GPU Adreno-320, die mehr als 330 Mio. Dreiecke/s liefern soll (gegenüber 175 Mio. Dreiecken/s bei Adreno-225) nur in dem noch nicht existierenden Quadcore-Design MSM8064 von Qualcomm zum Einsatz kommen wird.

Bild 2 zeigt eine Aufnahme, welche die Hitzeentwicklung in drei Geräten mit Qualcomms Snapdragon MSM8960 (links) und vermutlich OMAP 4 von Texas Instruments (Mitte) und Tegra-3 von Nvidia (rechts) zeigt. Diese offiziell nicht benannten Gerätekonfigurationen wurden inoffiziell beim Mobile-World-Congress in Barcelona Anfang März bestätigt.

Auf allen Geräte wurde der Dhrystone-Benchmark abgearbeitet, der die Cores extrem stark belastet. Nach 20 Minuten Rechenzeit ist insbesondere beim Tegra-3 eine extreme Hitzeentwicklung (> 50 °C) des Chips erkennbar, während der Snapdragon immer noch in humanen Bereichen (< 40 °C) arbeitet.

Temperaturbild von MSM8960 (links) im Vergleich zu OMAP 4 (Mitte) und Tegra-3 (rechts), jeweils nach 20 Minuten Ausführung des Benchmarks Dhrystone.
© Qualcomm

Temperaturbild von MSM8960 (links) im Vergleich zu OMAP 4 (Mitte) und Tegra-3 (rechts), jeweils nach 20 Minuten Ausführung des Benchmarks Dhrystone.

Fazit

Es ist wenig verwunderlich: Noch heute kämpfen Software-Entwickler darum, Multicore-Architekturen auf dem PC richtig auszunutzen – Tools, welche die Arbeitslast möglichst symetrisch und automatisch verteilen, sind nur bedingt vorhanden. Nvidias Tegra-3-Chip ist sicher gut für's Marketing, da vier Cores nach mehr klingt als zwei Cores. In der Realität skalieren existierende Mobil-Plattformen nicht gut über die Cores, so dass man zumindest derzeit mit zwei starken Cores besser bedient ist als mit vier schwächeren.

Was das Thema Leistungsaufnahme angeht, kann man vor dem Erscheinen von realen Geräten mit dem MSM8960 nichts sagen. Rein von der Architektur dürfte jedoch Snapdragon mit dem asymetrischen Multiprozessing auch hier gut im Rennen liegen, da die Taktfrequenz pro Core individuell der Arbeitslast angepasst und die Cores bei Bedarf komplett abgeschaltet warden können.Der Tegra-3 hat zwar Power-Gating für alle Cores implementiert, in diesem Stand-by-Modus ist die Leistungsaufnahme zwar gering, aber eben nicht Null.

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