Micronas: »Äußerst schwieriges Jahr«

Der Halbleiterhersteller hat nach anhaltenden Quartalsverlusten nun sein Restrukturierungsprogramm vorgelegt. Mit Einsparungen bei Forschung und Entwicklung, dem Verkauf der US-Tochter und dem Abbau von 300 Stellen will Micronas wieder Gewinne machen.

Im Consumer-Bereich will sich Micronas in Zukunft nur noch auf den Markt für Flachbildfernseher konzentrieren. Die dadurch entstehenden Einsparungen für die Forschungs- und Entwicklungsabteilung soll 80 Millionen Franken (ca. 48 Mio. Euro) betragen. Das entspricht knapp der Hälfte des gesamten F&E-Budgets.

In den USA hatte Micronas besonders auf den IPTV- und Multimedia-Markt gesetzt, der jedoch hinter den Wachstums-Erwartungen zurückgeblieben ist. Der Markt sei außerdem zu schwankend und zu fragmentiert, weshalb das Unternehmen den Ausstieg plant und die Tochter Micronas USA daher verkaufen will.

Weiterer Ansatzpunkt der Restrukturierung ist das Marketing und der Verkauf. Hier will Micronas neben der Effizienz, die Marktnähe und die Betreuung von Großkunden verbessern.

Weltweit plant Micronas 300 Stellen abzubauen. Die Kosten der Restrukturierung, die bis Ende des dritten Quartals 2008 abgeschlossen sein soll, werden mit 50 bis 70 Millionen Franken angegeben. Ab 2009 soll das Consumer-Geschäft wieder Gewinne abwerfen.

Für das Jahr 2007, das Micronas als „äußerst schwieriges Jahr“ bezeichnete, erwartet das Unternehmen einen Betriebsverlust von 530 bis 555 Millionen Franken. In dieser Summe enthalten sind jedoch einmalige Sonderabschreibungen in Höhe von 445 Millionen Franken. Ohne diese Abschreibungen soll der Verlust zwischen 90 und 95 Millionen Franken liegen.

Als profitabel und weiter entwicklungsfähig bezeichnet Micronas hingegen sein Automotive-Geschäft.