Speicher-Konsolidierung Micron übernimmt Elpida

Nun ist es offiziell: der US-Speicherhersteller Micron wird seinen insolventen japanischen Konkurrenten Elpida für 2,5 Milliarden Dollar übernehmen. Micron kann seine Fertigungskapazität damit um ganze 50 Prozent steigern.

Micron und Elpida beziffern die komplette Übernahme mit 200 Milliarden Yen was ungefähr 2,5 Milliarden Dollar entspricht. Micron wird vorerst allerdings nur einen Teil davon zahlen, nämlich 60 Milliarden Yen bzw. 750 Millionen Dollar. Den weitaus größeren Teil will Micron in jährlichen Zahlungen bis 2019 begleichen. Das Geld dazu soll als Vergütung für zukünftige Foundry-Dienstleistungen von Elpida an Micron anfallen. Mit diesem Geld sollen Schulden von Elpida beglichen werden, die das Unternehmen vor seiner Insolvenz gemacht hatte.

Darüber hinaus wird Micron für ungefähr 334 Millionen Dollar 24 Prozent des vergleichsweise kleinen taiwanischen Speicherherstellers Rexchip übernehmen. Da Elpida bereits zu 65 Prozent an Rexchip beteiligt ist, gehören Micron dann 89 Prozent des Unternehmens.

Zusammen mit den Fabs von Elpida und Rexchip wird die Fertigungskapazität von Micron um 50 Prozent steigen.

Elpida ist besonders bei mobilem DRAM stark vertreten und beliefert zum Beispiel Apple. Micron wiederum hat seine Stärken bei den DRAMs für Netzwerke und Server und darüber hinaus bei NAND-Flash und NOR. So hatte Micron im Februar 2010 bereits den NAND- und NOR-Flash-Spezialisten Numonyx übernommen, der wiederum als Joint Venture zwischen Intel und STMicroelctronics entstanden war.

Der einzige japanische DRAM-Hersteller Elpida hatte im Februar Insolvenz angemeldet und hatte daher mit möglichen Investoren über einer Weiterführung des Unternehmens verhandelt. Die jetzt zustande gekommene Transaktion mit Micron soll im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen werden.