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STMicroelectronics

Jetzt wird wieder gewachsen

02. Dezember 2016, 09:33 Uhr   |  Das Interview führten Iris Stroh und Engelbert Hopf


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Zurück auf Platz 1?!

ST hat bisher ein „übersichtliches“ Spektrum an SiC-Bausteinen. Wird da noch mehr kommen? Oder verlassen Sie sich in erster Linie auf ihre SuperJunction-MOSFETs?

Ich denke, die Bereitschaft der Anwender, SiC-Bausteine, etwa in Form von MOSFETs, einzusetzen, ist in den letzten Jahren gewachsen. Jetzt ist es an der Zeit, den Abzugshahn zu drücken. SiC ist heute eine „mature“ Technologie, und wir werden unser Engagement in dieser Richtung ausbauen! Neben den traditionellen SiC-Dioden setzen wir dabei ganz klar auf SiC-MOSFETs. In diesem Bereich werden wir viel Geld investieren und unsere Produktionskapazitäten mehr als verdoppeln. Wir wollen wachsen und sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt zum Investieren ist.

ST beschäftigt sich auch mit dem Thema GaN. In welcher Form werden Sie hier auf den Markt kommen?

Wir investieren auch in R&D für GaN, allerdings nicht auf dem gleichen Niveau wie bei SiC. Der große Fokus liegt auch hier auf Automotive. Wir befinden uns hier in der Industrialisierungsphase der Technologie. Unsere GaN-Produkte basieren ausschließlich auf eigenem IP. Im nächsten Jahr werden wir erste Produkte auf den Markt bringen.

Wie stellt sich für Sie das Thema „autonomes Fahren“ dar? Welchen Beitrag kann ST hier leisten?

Ich gehe davon aus, dass wir 2018 erste Beispiele für autonom fahrende Fahrzeuge auf den Straßen sehen werden. Für diese Applikation halte ich unsere Kombination aus Flash und Controller als sichere Mikrocontroller für sehr vielversprechend!

STMicroelectronics hat als erstes Unternehmen MEMS auf 8-Zoll-Wafern gefertigt und diese Branche vor einigen Jahren klar dominiert. Inzwischen hat sich das Ranking verändert. Sehen Sie die Möglichkeit, wieder auf Platz 1 zu kommen?

Ich sehe uns hier auf dem besten Weg! Wir verkaufen weltweit mehr als 400 Millionen MEMS pro Quartal. Wir haben eine sehr gute Position bei Akustik-MEMS, und wir sind im Anwendungsbereich der Smartphones sehr stark! Das gilt nicht für alle Bereiche, aber genau da liegen die Möglichkeiten für uns, weil wir auch in anderen Bereichen stark werden wollen. Im Konsumbereich werden wir mit unserer neuen Generation von Gyroskopen unsere Position noch weiter ausbauen. Diese Bausteine werden beispielsweise für das User-Interface in Smartphones genutzt, aber auch für die optische Bildstabilisierung. Das heißt, auch hier besteht ein sehr gutes Momentum. Das Gleiche gilt für Mikrophone oder Drucksensoren. Daneben ziehen auch die Time-to-Flight-Sensoren gut an. Das ist ein neuer Bereich für uns, der aber auch in hohen Volumen angelaufen ist. Ich bin zuversichtlich, dass sich noch eine ganze Reihe neuer Einsatzmöglichkeiten für MEMS und neuartige Mikrosensoren im heraufziehenden IoT-Zeitalter entwickeln werden.

Wenn Sie Heute mit vor 10, 15 Jahren vergleichen: Wo liegt Ihrer Meinung nach der größte Unterschied?

Früher war ST viel mehr auf Großkunden fokussiert. Wir arbeiten heute immer noch mit großen Kunden zusammen, aber wir wollen keine zu großen Abhängigkeiten. Heute erzielen wir 33 Prozent über die Distribution. Und das halte ich für wichtig: Wir müssen uns mit unseren Distributoren auf die Massenmärkte konzentrieren. Das Wachstum muss auf zwei Schultern ruhen: auf Großkunden und auf dem Massenmarkt.

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