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STMicroelectronics

Jetzt wird wieder gewachsen

02. Dezember 2016, 09:33 Uhr   |  Das Interview führten Iris Stroh und Engelbert Hopf


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

ST will 60.000 Kunden...

STM, Bozotti Carlo
© Markt & Technik

Carlo Bozotti, STMicroelectronics: » Im 4. Quartal 2016 tragen alle Produktgruppen zu einem Wachstum von über 11 Prozent bei. Auf das Gesamtjahr bezogen, ist das Wachstum noch begrenzt, aber es ist Wachstum. Und genauso wollen wir weitermachen. «

Plus die aufgegebenen Wireless-Aktivitäten …

Natürlich waren Nokia und ST-Ericsson aus heutiger Sicht ein Fehler. Wir wollten erfolgreich sein. Aber ich würde genauso wieder handeln: 2008 und 2009 war Nokia ein großer Kunde mit einem sehr hohen Markanteil.

Und bezüglich der R&D-Investitionen kann ich nur sagen, dass wir den Großteil unseres R&D-Budgets für die Produktentwicklung nutzen. Daneben fließt Geld in spezielle Technologien, die für verschiedene Produktsegmente wichtig sind. Dazu gehören Micromachinery und Time of Flight, allerdings sind diese Technologien ausschließlich für neue Produkte gedacht. Hinzu kommen noch Embedded Flash für MCUs und sichere MCUs, SiC für die Elektrifizierung von Fahrzeugen, BCD für Smart Power und FD-SOI für CMOS-Komponenten mit sehr niedriger Leistungsaufnahme und die Kombination aus FD-SOI und Embedded Flash für 28-nm-MCUs.

Bei Standard-CMOS entwickeln wir keine Technologie für Strukturen unter 40 nm. Das heißt aber nicht, dass wir hier nicht aktiv sind. Wir entwickeln derzeit das erste Produkt auf Basis von 7 nm mit unserem Foundry-Partner. Dabei geht es um ein Produkt, das in autonome Fahrzeuge wandern wird. Samples stehen 2018 zur Verfügung.

Wir stecken also immer noch, aber sehr wenig, Geld in dedizierte Technologien, und nur dann, wenn sie für die Entwicklung neuer Produkte notwendig sind. Jede dieser dedizierten Technologien hat ein riesiges Potenzial, SiC beispielsweise für die Fahrzeugelektrifizierung oder Time of Flight für Smartphone-Anwendungen. Selbst die MEMS-Technologie verfügt noch über ein großes Potenzial, denn wir sind zwar in Consumer-Anwendungen sehr stark, aber noch nicht im Automotive-Bereich. Hinzu kommen Investitionen in Produkt- und Applikations-R&D-Aktivitäten. Letztere basieren verstärkt auf unseren STM32-MCUs. Dazu gehören Nucleo-Boards, eine Vielzahl von Erweiterungskarten mit Standardschnittstellen und Software.

Nächstes Jahr läuft Ihr Vertrag aus…

Zu diesem Thema möchte ich mich jetzt nicht äußern.

Sind Sie der Meinung, dass ST jetzt wieder auf einem guten Weg ist?

Auf alle Fälle, denn die Umstrukturierungen sind abgeschlossen, und ich möchte betonen, dass die Umstrukturierung der R&D-Ressourcen unter dem Gesichtspunkt der sozialen Verantwortung durchgeführt wurden. Natürlich ist sie auch im Sinne des Unternehmens, denn jetzt haben wir im Vergleich zu früher zum Beispiel viel mehr Entwickler in Bereichen wie MCUs und Automotive. Und das macht sich bezahlt. Das derzeitige Wachstum kommt nicht von ungefähr.

Softbank will ARM übernehmen, ST ist der größte MCU-Hersteller ARM-basierter Controller. Wie sehen Sie diese Übernahme?

Nicht nur ST setzt auf ARM, die ganze Welt tut es. Wir erwarten keine Veränderungen durch die Übernahme, das ist eine reine finanzielle Transaktion. Wir werden also unserer ARM-Initiative für den Massenmarkt weiter vorantreiben und darüber hinaus ARM-Prozessorkerne in Zukunft auch für die fortschrittlichsten Automotive-Anwendungen nutzen. Die STM32-Familie mit 700 verschiedenen Controllern wird von 40.000 Kunden genutzt. Das ist nicht genug: Wir wollen 60.000 Kunden.

Wo sollen die zusätzlichen 20.000 Kunden herkommen, aus China?

Von überall. Die einzige Region, in der das Geschäft mit den STM32-Controllern etwas schwieriger ist, ist Japan. Der Rest der Welt setzt auf unsere STM32-Controller. Selbst der President unseres größten Distributors kennt STM32. Auch kleinere Kunden springen mittlerweile auf diese Controller-Familie auf, und es ist wichtig, dass wir alle adressieren können, einschließlich unserer Online-Kunden.

Wird dieser Vertriebskanal mittlerweile verstärkt genutzt?

Ja, wir haben eine neue Webseite, die noch weiter verbessert werden muss. Aber wir haben rund eine Million Visits pro Monat. 35 Prozent davon kommen aus Asien, vor allem China. Mit chinesischen Kunden erzielen wir 16 Prozent unseres Umsatzes, mit asiatischen insgesamt 36 Prozent. Der Rest teilt sich zwischen Europa und USA auf.

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1. Jetzt wird wieder gewachsen
2. ST will 60.000 Kunden...
3. Zurück auf Platz 1?!

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